Mit Samba zur FifaBlatter trifft sich mit WM-Kritikern
Da staunten die Vertreter von Solidar Suisse nicht schlecht: Fifa-Boss Sepp Blatter nahm ihre Unterschriftensammlung heute Morgen in Zürich persönlich in Empfang. Er versprach, sich für die Brasilianer einzusetzen.
Die Organisation Solidar Suisse übergab heute am Hauptsitz des Weltfussball-Verbandes Fifa in Zürich eine Petition «für eine faire Fussballweltmeisterschaft in Brasilien». Unterzeichnet haben die Bittschrift nach eigenen Angaben rund 28'000 Personen.
Der Präsident der Fifa, Sepp Blatter, empfing die Vertreter von Solidar Suisse persönlich: «Er reagierte sehr jovial und dankte uns für die stilvolle Übergabe», sagte Sprecherin Eva Geel gegenüber 20 Minuten. Die Organisation war zusammen mit einem brasilianischen Sambatänzer vor das FIFA-Gebäude in Zürich gezogen.
Samba tanzender Sepp Blatter
Solidar Suisse fordert die Fifa auf, «endlich Farbe zu bekennen» und sich in Brasilien für die Einhaltung der Menschenrechte und gegen Vertreibung und Ausbeutung einzusetzen. Die Fifa müsse endlich Verantwortung für die Folgen der Fussball-WM übernehmen. Sonst gerate der Weltfussballverband definitiv ins Offside. «Blatter versprach, im Herbst ein Treffen mit Solidar Suisse abzuhalten. Zudem wolle er sich für faire Arbeitsbedingungen in Brasilien einsetzen», so Geel.
Zeitgleich startete die Solidar Suisse eine Online-Aktion, bei der gemäss eigenen Angaben 160'000 Personen teilnahmen. Die Protestaktion ahmte täuschend ähnlich eine Hacker-Attacke auf die Fifa nach. Wer den Aktions-Link anklickte, gelangte automatisch auf eine der offiziellen Fifa-Webseite nachempfundenen Seite. Nach wenigen Sekunden erschien ein Spruchband mit der Aufschrift «Wir wollen eine faire WM» und ein Samba tanzender Sepp Blatter hüpfte über den Bildschirm.
Sperrzonen um Stadien
Rund um die Stadien habe die Fifa Sperrzonen für sich und Sponsoren erzwungen. Bereits heute würden Zehntausende von Strassenhändlern wegen des Entzugs ihrer Lizenzen ihr Einkommen verlieren, so Solidar Suisse. Und mindestens 200'000 Menschen seien für WM-Bauten aus ihrem Zuhause vertrieben worden. (lua/sda)