Iran manipuliert Mursi-Rede

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Zensierter BerichtIran manipuliert Mursi-Rede

Dreister Trick des staatlichen iranischen Fernsehens: Es ersetzte in der Brandrede des ägyptischen Präsidenten Mursi gegen Assad das Wort «Syrien» mit «Bahrain». Bahrain spricht von Skandal.

Kühler Empfang für Mursi (links) durch Irans Präsidenten Ahmadinedschad am Rande des Gipfels der Blockfreienstaaten in Teheran am 30. August 2012.

Kühler Empfang für Mursi (links) durch Irans Präsidenten Ahmadinedschad am Rande des Gipfels der Blockfreienstaaten in Teheran am 30. August 2012.

Der Golfstaat Bahrain fordert vom Iran eine Entschuldigung wegen der seiner Ansicht nach falsch wiedergegebenen Rede des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi beim Blockfreiengipfel in Teheran.

In einer Mitteilung des bahrainischen Aussenministeriums vom späten Samstag hiess es, in der Übersetzung von Mursis Rede ins Persische in amtlichen iranischen Medien sei das Wort «Syrien» mit «Bahrain» übersetzt worden. Mursi hatte in seiner Rede am Donnerstag Syrien als «Unterdrückerregime» gebrandmarkt.

«Fälschung und Betrug»

In der Mitteilung des Aussenministeriums aus Manama war von «Fälschung und Betrug» bei der Wiedergabe von Mursis Rede im iranischen Staatsfernsehen die Rede. Mehrere staatliche Sender hatten die Eröffnungssitzung des Gipfeltreffens der Blockfreienbewegung mit Mursis Rede live übertragen, darunter zwei auf Farsi - der Nachrichtensender IRINN und der Erste Kanal.

Bei IRINN, der auf die amtlichen Übersetzer der Konferenz zurückgriff, war korrekt von Syrien und nicht von Bahrain die Rede. Der Erste Kanal, der offenbar mit eigenen Dolmetschern arbeitete, soll dagegen von Bahrain gesprochen haben.

Mursis Rede löste Eklat aus

Das geht zumindest aus einem Dokument mit dem Logo des Kanals hervor, das der katarische Sender Al-Dschasira auf seiner Internetseite veröffentlichte. Der Erste Kanal, der überall im Iran empfangen wird, hat landesweit die meisten Fernsehzuschauer.

Mursis Rede hatte einen Eklat ausgelöst. Die syrische Delegation verliess aus Protest den Konferenzsaal. Der syrische Aussenminister Walid al-Muallim erklärte zur Begründung, Mursi fache den Konflikt in Syrien weiter an. Während Teheran der syrischen Führung unter Baschar Al-Assad nahesteht, gehören Bahrain und Katar zu ihren Gegnern.

(sda)

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