Marihuana-VorlagenKünftig wird legal gekifft
Hochstimmung in Washington und Colorado: In den beiden Bundesstaaten wurden Vorlagen angenommen, die den Konsum und Verkauf von Marihuana für den Eigengebrauch legalisieren.
Legalisierungs-Befürworter freuen sich über die Entkriminalisierung von Cannabis (Video: AP).
Amendment 64 in Colorado, Initiative 502 in Washington und Measure 80 in Oregon wollten alle dasselbe: die Legalisierung von Marihuana. In Colorado und Washington sagten die Wähler ja dazu, in Oregon sieht es nach einer Niederlage aus.
In weiteren drei Bundesstaaten ging es gestern auch darum, ob Marihuana für medizinische Zwecke legal konsumiert werden kann, etwas, das bereits in 17 Staaten und dem Hauptstadtdistrikt Washington D.C. erlaubt ist. Laut Meinungsumfragen sind rund 50 Prozent der Amerikanerinnen und Amerikaner für diese Teil-Legalisierung.
Komfortable Mehrheiten
Mit 52,7 Prozent Ja-Stimmen war die Unterstützung für die Hasch-Vorlage in Colorado klar, und auch in Washington, wo die Auszählung der Stimmen noch einige Zeit dauern wird, sagen die Hochrechnungen einen klaren Sieg der Legalisierer voraus.
Die Frage ist, was der Zentralstaat macht
In Oregon hingegen, wo Marihuana zu medizinischen Zwecken bereits erlaubt ist und Marihuana-Cafés legale Geschäfte machen, scheint Measure 80 klar zu scheitern. Die Vorlage würde die Kontrolle über den Marihuana-Anbau und –Vertrieb einer Kommission anvertrauen, die aus Marihuana-Produzenten, -Verarbeitern und –Verkäufern bestünde. Der Gouverneur des Staates, der zwei Mitglieder dieser Kommission ernennen müsste, wäre zum staatlichen Drogenhändler geworden, argumentierten Kritiker.
Die Frage ist jetzt allerdings, ob die nationale Drogenbehörde die Marihuana-Produzenten in Colorado und Washington in Ruhe lassen wird – in den letzten zwei Jahren hatte sie regelmässig Hasch-Plantagen ausgehoben in Staaten, in denen die Droge für medizinische Zwecke erlaubt ist.