Schweizerin unter Opfern«Linda wurde vom Lastwagen voll erfasst»
Unter der Opfern von Nizza befindet sich die Tessinerin Linda C. (54). Sie war sofort tot, während ihr Mann weggeschleudert und kaum verletzt wurde.
Bei der tödlichen Fahrt eines Lastwagens gestern Abend durch die Menschenmenge in Nizza ist eine Tessinerin ums Leben gekommen: Sie heisst Linda C.*, war 54 Jahre alt und stammt aus Agno. Sie befand sich auf der Promenade des Anglais und wollte das Feuerwerk bestaunen, als der Lastwagen sie mit voller Wucht erfasste und überrollte.
In den sozialen Medien ging das Gerücht schon um, dass die Tessinerin unter den Opfern sein könnte. Nun hat der Bruder des Opfers, der Gemeindesekretär von Caslano TI, dies bestätigt. Sichtlich bewegt hat er dem Corriere del Ticino erzählt: «Meine Schwester war in den Ferien an der französischen Riviera mit ihrem Mann Gilles, einem Franzosen. Der Lastwagen hat sie voll erfasst. Sie war sofort tot, während ihr Mann weggeschleudert und nur verletzt wurde. Er hat mich angerufen und mir alles erzählt.»
Familie reist nun nach Nizza
Linda C. arbeitete bei der eidgenössischen Zollverwaltung im Tessin. Als sie 1979 anfing, war sie im Tessin die erste Frau überhaupt, die Zöllnerin wurde. Sie war ihrem Beruf bis heute treu geblieben. Am 20. August hätte sie ihren 55. Geburtstag gefeiert. Am Samstag hätte sie mit ihrem Mann zurück ins Tessin fahren wollen.
Jetzt fährt ihre ganze Familie nach Nizza. «In den nächsten Stunden fahren wir los», so der Bruder. Man werde gemeinsam in Nizza den Abschluss des Verfahrens für den Rücktransport der Leiche seiner Schwester abwarten. «Wir haben bereits die ersten Abklärungen gemacht.»
EDA bestätigt bisher ein Opfer
Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) bestätigt, dass sich unter den Opfern eine Schweizer Bürgerin befindet. Man stehe in Kontakt mit den Angehörigen. Die Gemeindesprecherin von Caslano TI, zu der Agno gehört, bestätigte zudem, dass das Opfer in Agno TI heimatberechtigt und 54 Jahre alt ist.
Die Schweizer Vertretung des EDA vor Ort ist weiterhin mit den lokalen Behörden in Kontakt. «Abklärungen zur Frage, ob sich weitere Schweizer Staatsangehörige unter den Opfern befinden, sind im Gang.»
*Name bekannt