«Mit Monti ist Italien zugrunde gegangen»

Aktualisiert

Berlusconi kontert«Mit Monti ist Italien zugrunde gegangen»

Ein wütender Auftritt Silvio Berlusconis als Reaktion auf die Wiederantrittsankündigung Mario Montis gibt in Italien zu reden. Der Cavaliere wirkte gereizt.

Kurz nachdem der zurückgetretene Premier Italiens, Mario Monti, seine Bereitschaft signalisierte, nach den Neuwahlen wieder als Regierungschef anzutreten, hat sein Vorgänger Silvio Berlusconi eine scharfe Attacke gegen dessen Regierung gerichtet.

«Seit in Italien das Technokratenkabinett die Führung übernommen hat, ist alles zugrunde gegangen», sagte Berlusconi, der als Stargast in der von RAI 1 gesendeten Sonntagsshow «Domenica In» auftrat. «Das Kabinett hat uns zu Deutschlands Linie des Sparkurses gezwungen, der in die Rezession führt.»

Monti sei zwar «menschlich angenehm», er sei jedoch «ein Professor und kein Wirtschaftskapitän» wie er, sagte Berlusconi. «Monti hat zu viele Fehler gemacht», warnte der TV-Unternehmer.

«Ich habe mehr als die 57 Regierungen der Vergangenheit geleistet»

Er versprach, dass er die unpopuläre Immobiliensteuer auf Erstwohnungen abschaffen werde, die Monti eingeführt habe, sollte er die Parlamentswahlen gewinnen. «Monti hat jeder italienischen Familie 2500 Euro an Steuern aufgehalst, das ist unannehmbar», so Berlusconi.

Auf die Frage, warum er Monti zum Kandidaten des Zentrumsblocks vorgeschlagen habe, erklärte Berlusconi, dass er damit gehofft hatte, alle Parteien der Rechten zu vereinen und einen Wahlsieg des Mitte-Links-Blocks abzuwenden.

Berlusconi verteidigte zudem seine Leistungen als Premier in den vergangenen Jahren. «Ich habe mehr als die 57 Regierungen der Vergangenheit geleistet», sagte der Medienzar. (sda)

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