Kim will südkoreanische Vermögen «liquidieren»

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DrohgebärdenKim will südkoreanische Vermögen «liquidieren»

Nordkorea hat wieder zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert, welche 500 Kilometer weit flogen und dann ins Meer fielen. Gleichzeitig verschärfte Pyongyang seine Rhetorik.

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Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un im Gespräch mit Wissenschaftlern. (Archivbild)

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un im Gespräch mit Wissenschaftlern. (Archivbild)

Keystone

Am Donnerstag kündigte die kommunistische Führung die «Liquidierung» aller verbliebenen südkoreanischen Vermögenswerte aus früheren Gemeinschaftsprojekten in Nordkorea an. Abgewickelt werde auch das stillgelegte Tourismus-Resort auf dem Berg Kumgangsan, erklärte das nordkoreanische Komitee für die friedliche Wiedervereinigung Koreas. Alle bilateralen Abkommen über wirtschaftliche Zusammenarbeit würden als ungültig betrachtet.

Zuvor hatte Pyongyang laut Südkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Die Geschosse seien am frühen Donnerstagmorgen etwa 500 Kilometer weit geflogen und vor der Westküste des Landes ins Meer gefallen, meldete das Verteidigungsministerium in Seoul. Demnach waren die Kurzstreckenraketen von der nordkoreanischen Provinz Hwanghae Pukto aus abgefeuert worden.

Kims Unmutsbekundung

Pyongyang testet die Abschüsse von Geschossen und Raketen häufiger. Die jüngste Aktion werteten Beobachter als mögliche Unmutsbekundung über jüngst verhängte unilaterale Sanktionen Südkoreas sowie den Start gemeinsamer Militärmanöver Washingtons und Seouls mit rund 300'000 Soldaten. Nordkorea hält dies für die Übung für eine Invasion. Erst am Sonntag hatte die kommunistische Führung wegen der Manöver mit einem präventiven Atomschlag gedroht.

Zuletzt wurden die Spannungen auch durch einen weiteren Atomtest Pyongyangs im Januar und ein Raketenstart im Februar verschärft. Auf das Vorgehen Nordkoreas reagierten die Vereinten Nationen mit neuen, härteren Sanktionen gegen das Land. Südkorea liess den gemeinsam mit dem Norden betriebenen Industriepark Kaesong schliessen und beendete damit das letzte Kooperationsprojekt aus der Zeit der Annäherung. Später liess Seoul einseitig neue Sanktionen folgen, die sich unter anderem gegen 38 Einzelpersonen und 24 Organisationen im verfeindeten Nachbarstaat richten. (chk/sda/dapd)

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