Spaniens König warnt vor Spaltung des Landes

Aktualisiert

Kataloniens UnabhängigkeitSpaniens König warnt vor Spaltung des Landes

Kataloniens Regionalpräsident will bis 2017 eine Verfassung für einen unabhängigen Staat. König Felipe VI. mahnt, Spaltungen hätten ein Volk stets nur ärmer gemacht und isoliert.

Spricht von emotional aufgebauten «Mauern»: Der spanische König Felipe VI. (r.) und Spaniens Premier Mariano Rajoy. (19. Oktober 2015)

Spricht von emotional aufgebauten «Mauern»: Der spanische König Felipe VI. (r.) und Spaniens Premier Mariano Rajoy. (19. Oktober 2015)

Angesichts der Unabhängigkeitsbestrebungen in Katalonien hat der spanische König Felipe VI. vor einer Spaltung des Landes gewarnt. «Ein Volk ist nie grösser aus seinen Spaltungen hervorgangen, sie machen es nur ärmer und isolieren es», sagte der König am Freitagabend bei einer vom Fernsehen übertragenen Veranstaltung zur Vergabe der Preise Prinzessin von Asturien in Oviedo.

Ohne Katalonien explizit zu nennen, wandte sich der König auch gegen auf emotionalen Grundlagen gebaute «Mauern».

Binnen «18 Monaten» Verfassung für katalanischen Staat

Die Befürworter eines unabhängigen katalanischen Staates hatten bei der Regionalwahl Ende September zusammen 72 der 135 Sitze im Regionalparlament errungen. Regionalpräsident Artur Mas hatte die Abstimmung zu einem Referendum über die Unabhängigkeit der wirtschaftsstarken Region im Nordosten Spaniens erklärt.

Er will binnen «18 Monaten oder zwei Jahren» eine Verfassung für einen eigenständigen katalanischen Staat schaffen. Die Äusserungen des Königs kamen nun drei Tage, bevor das neue katalanische Parlament sich formiert.

Madrid argumentiert mit verfassungsrechtlichen Gründen

Die Zentralregierung in Spanien stemmt sich einer Unabhängigkeit Kataloniens erbittert entgegen. Da die Unabhängigkeitsbefürworter bei der Wahl trotz ihrer Mehrheit bei den Sitzen nur auf rund 48 Prozent der Stimmen kamen, sieht Madrid für eine Abspaltung keinen ausreichenden Rückhalt in der katalanischen Bevölkerung.

Zudem führt die Zentralregierung verfassungsrechtliche Gründe gegen eine Abspaltung ins Feld. Die autonome Region Katalonien erwirtschaftet ein Fünftel des gesamten spanischen Bruttoinlandsprodukts. (afp)

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