Ab nach Kanada100'000 Amerikaner wollen Asyl – wegen Trump
Ein Kanadier bietet Amerikanern Asyl auf der Insel Cape Breton, falls Donald Trump US-Präsident wird. Das Angebot stösst auf grosses Interesse.
Sollte Donald Trump US-Präsident werden, erhalten Amerikaner auf der kanadischen Insel Cape Breton Asyl. Das verspricht die Website Cape Breton If Donald Trump Wins. Dahinter steckt der Insulaner und Radio-Moderator Rob Calabrese — ein bekennender Trump-Gegner. Was aber eher als Spass gemeint war, wurde von vielen US-Bürgern ernst genommen: Gemäss National Post erhielt Calabrese auf sein ungewöhnliches Angebot hin 100'000 Anfragen innert weniger Tage.
«Ihr könnt am Wahltag in den Bus steigen, um euer neues Leben in Cape Breton zu beginnen», hatte der Kanadier grosszügigerweise auf seiner Website angekündigt. «Muslime können sich hier frei bewegen, und die einzigen Mauern, die es gibt, tragen die Dächer unserer extrem günstigen Häuser», schrieb Calabrese in Anspielung auf Trumps umstrittene Forderung, Muslime nicht mehr in den USA einreisen zu lassen oder an der Grenze zu Mexiko eine Mauer errichten zu lassen.
Eine richtige Trauminsel
Doch jetzt zeigt sich der Radiomoderator von der Reaktion seiner südlichen Nachbarn überwältigt. In vielen der Mails, die er bekommen hat, erkundigen sich potentielle Auswanderer über das Leben auf Cape Breton. «Ich wünschte, jeder Inselbewohner könnte diese Mails lesen. Dann wären sie stolz, hier zu wohnen», sagte er gegenüber der «National Post».
Die Insel in Nova Scotia hat tatsächlich viel zu bieten, schreibt Buzzfeed: Neben einer idyllischen Landschaft aus Bergen, Wäldern und Felsstränden gibt es auf Cape Breton nebst einer Universität auch eine kostenlose Krankenversicherung.
Internet-Besuche haben sich verzehnfacht
Calabreses Website ist mit derjenigen der lokalen Tourismusbehörde verlinkt. Laut der Tourismus-Verantwortlichen Mary Tulle verzeichnet das Portal seit vergangenem Mittwoch täglich 12'000 Internet-Besucher aus den USA — das sind rund zehn Mal so viele bis anhin.
Mittlerweile hat Rob Calabrese seinen Begrüssungstext auf der Frontseite angepasst: «Ich bin froh, dass so viele Menschen aufgrund dieser Website ihr Interesse für Cape Breton zeigen. Aber wir heissen hier jeden willkommen, egal, wen er unterstützt – die Demokraten, die Republikaner oder Donald Trump.»