IKRK besorgtBefolgen Kampfroboter die Genfer Konvention?
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz schlägt Alarm. Die Organisation befürchtet, dass «ferngesteuerte» oder «unsichtbare» Kriege in Zukunft das humanitäre Völkerrecht herausfordern werden.
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) sieht in den neuen Kriegsformen grosse Herausforderungen für das humanitäre Völkerrecht. Das IKRK müsse sich auf künftige «ferngesteuerte» oder «unsichtbare» Kriege vorbereiten.
«Es ist sehr schwierig geworden, einen Krieg mittels einer Besetzung zu gewinnen», sagte IKRK-Generaldirektor Yves Daccord in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps», das am Montag publiziert wurde. Die Kriege im Irak und in Afghanistan seien «wahrscheinlich die letzten ihrer Art».
«Die wirtschaftlichen Kosten solcher Konflikte sind unglaublich gross geworden», erklärte Daccord und verwies auf die täglichen Kriegsausgaben von 800 Millionen Dollar der USA. Selbst die Amerikaner könnten es sich nicht mehr leisten, 150'000 Soldaten an einem bestimmten Ort zu stationieren.
Völkerrecht einhalten
Sogenannte «unsichtbare» oder «ferngesteurte» Kriege beispielsweise mit unbemannten Drohnen oder im Internet reduzierten politische und wirtschaftliche Nachteile, sagte Daccord. Jedoch sei die Einhaltung des humanitären Völkerrechts auch für solche Kriegsformen unerlässlich.
«Die Unterscheidung zwischen zivilen und militärischen Zielen sowie die Frage nach der Verhältnismässigkeit sind schwieriger zu identifizieren.» Dies sei eine grosse Sorge für das IKRK. «Wir müssen in der Lage sein, mitzuhalten und mitzudenken», sagte der IKRK-Generaldirektor. (sda)