Thronwechsel in SpanienEr ist ruhig, sie «zu kühl»
Felipe de Borbón wurde feierlich zum König Felipe VI. proklamiert. Während er für seine Aufgabe «gut vorbereitet» ist, haben die Spanier mit der neuen Königin etwas mehr Mühe.
Mit der Vereidigung von Thronfolger Felipe zum neuen König beginnt in der Geschichte der spanischen Monarchie eine neue Ära. Auf den frischgebackenen Felipe VI. wartet eine riesige Herausforderung: Der 46-Jährige soll das Königshaus aus seiner Image-Krise herausführen und ihm zu neuer Popularität verhelfen.
Viele Spanier sehen in Felipe einen «Retter der Monarchie». Die Grundlagen dazu bringt er mit - der Bourbonen-Spross gilt als der am besten ausgebildete König in der Geschichte Spaniens: Er studierte Jura und internationale Politik, spricht fliessend Englisch und Französisch und absolvierte Offizierslaufbahnen im Heer, in der Luftwaffe und der Marine.
Felipe ist konsequent mit seinem Standpunkt
Der 1,97 Meter grosse König hat den neuen Generationen in Spanien noch viel mehr zu bieten. Im Gegensatz zu seinem Vater ist er kein Freund der Jagd und des Stierkampfs. Nach seiner Vorstellung müssen auch der König und die anderen Mitglieder des Königshauses stets mit gutem Beispiel vorangehen.
Er selbst machte es vor, indem er sich konsequent von seiner Schwester Cristina distanzierte. Felipe hat überhaupt kein Verständnis für das Verhalten der Prinzessin und ihres Manns Iñaki Urdangarin, gegen die die Justiz wegen eines Finanzskandals ermittelt.
Letizia hat sich beliebt gemacht
Felipe bereitet sich gründlich auf seine Termine vor und überlässt nichts der Improvisation. Ruhig, ausgeglichen und nachdenklich, kommt ihm nie ein falsches Wort über die Lippen. Bei seiner Frau Letizia war das schon ganz anders.
Letizia Ortiz wurde als Kind einer Mittelklassefamilie geboren. Als sie Felipe heiratete, war sie schon über 30, geschieden und erfolgreiche Fernsehmoderatorin. Das Volk fremdelte mit der jungen Prinzessin, die ihm «zu kühl» vorkam. Auch nach der Hochzeit verzichtete Letizia nicht auf Rockkonzerte, Theaterabende und Barbesuche.
Dies lieferte der spanischen Klatschpresse und den Usern auf sozialen Plattformen in der Vergangenheit reichlich Futter. In der Beliebtheit lag die Prinzessin stets auf dem letzten Platz - noch hinter ihrem von vielen Skandalen gebeutelten Schwiegervater Juan Carlos.
Dieses Augenrollen während einer ofiziellen Rezeption haben die Spanier der Prinzessin lange nicht verziehen (Quelle: YouTube/SirPetter Lily)
Eifersüchtig? Letizia widmet der Journalistin einen bösen Blick (Quelle: YouTube/Intereconomia)
Peinliche Panne: Bei einem Besuch in Andalusien hebt der Wind den hellblauen Faltenrock von Letizia bis ganz nach oben. (Quelle: YouTube/aljofaifa63)
Freche Prinzessin: Bei einem Nachtessen im Zarzuela-Palast schimpft die sehr indiskrete Letizia mit ihrem Mann. «F** dich», meint sie leise - und doch klar verständlich. (Quelle: YouTube/SirPetter Lily)
Letizia wirkt sehr nervös, wenn es um die Krise in Spanien geht. (Quelle: YouTube/SirPetter Lily)
Diese Zeiten scheinen nun langsam vorbei zu sein. Eine vor einer Woche veröffentlichte Umfrage zeigt erstmals eine leichte Verbesserung. Die Thronbesteigung könnte Letizias Image verbessern, glaubt José Apezarena, der kürzlich ein Buch über sie und Felipe veröffentlicht hat.
Die als Perfektionistin bekannte Prinzessin hat sich definitiv auf ihre neue Rolle eingestellt. Bei der Krönung ihres Mannes strahlte die neue Königin in gewohnter Eleganz, kümmerte sich liebevoll um die Töchter und überliess bewusst ihrem Gatten das Rampenlicht. Sie lächelte sogar.