Anschläge per PostGrossrazzia gegen Anarchisten
Sie schickten Briefbomben an Joe Ackermann und die griechische Botschaft in Paris. Jetzt wurden acht Mitglieder zweier anarchistischer Terrorgruppen in Italien verhaftet.

In einer Filiale der Schuldeneintreibungsfirma Equitalia in Rom explodierte im Dezember 2011 eine Briefbombe.
Im Rahmen einer grossangelegten Razzia gegen die anarchistischen Untergrundorganisationen FAI und FRI sind am Mittwoch in Italien acht Personen festgenommen worden. Weitere 24 Personen gerieten ins Visier der Fahnder.
Die Ermittlungen betreffen auch zwei Anarchisten, die in der Schweiz und in Deutschland inhaftiert sind. Bei dem Schweizer handelt es sich um den Bündner Marco Camenisch. Mit Komplizen in Italien sollen die Verdächtigen terroristische Aktionen geplant haben, wie Ermittler am Mittwoch berichteten. Durchsuchungen wurden in ganz Italien durchgeführt.
Päckchen an Josef Ackermann
Den Anarchisten in Italien wird unter anderem der Anschlag auf den Chef der Steuereinzugsgesellschaft Equitalia, Marco Cuccagna, im vergangenen Dezember vorgeworfen. Cuccagna war beim Öffnen eines mit Sprengstoff präparierten Päckchens an der Hand und am Auge verletzt worden. Zu dem Anschlag bekannte sich die FAI-Gruppe.
Diese hatte zuvor auch ein ähnliches Päckchen an den Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gesandt. Die an Ackermann gerichtete funktionsfähige Briefbombe wurde in der Poststelle der Deutschen Bank in Frankfurt am Main abgefangen.
Die Verhafteten werden auch verdächtigt, 2011 einen Sprengsatz an die griechische Botschaft in Paris gesendet zu haben. Die in Italien aufgegebene Sendung war durch eine kontrollierte Explosion unschädlich gemacht worden. Weil der Umschlag keinen Absender getragen hatte, war die Lieferung aufgefallen. (sda)