Koh-i-NoorIndien verklagt Queen wegen Kronjuwel
Königinmutter Elisabeth trug ihn an ihrer Krönung. Nun soll der Koh-i-Noor-Diamant von London nach Indien zurückkehren.

Nur eine Frau darf ihn tragen: Der Koh-i-Noor-Diamant im Malteserkreuz der Krone von Königinmutter Elisabeth. (Archivbild / 5.4.2002)
Seit 160 Jahren gehört der «Berg des Lichts» zu den britischen Kronjuwelen. Nun bereitet eine Gruppe einflussreicher Inder eine Klage gegen Queen Elizabeth II vor. Grossbritannien soll den Koh-i-Noor-Diamanten zurückgeben, berichtet die britische Zeitung «The Independent».
Eine Gruppe von Bollywoodstars und indischen Geschäftsmännern will am obersten Gerichtshof in London Klage einreichen. «Der Stein ist eines der vielen Kulturgüter, die unter zweifelhaften Umständen aus Indien verschwunden sind», sagt David de Souza, einer der Unterstützer. Der Diamant sei nicht nur ein wertvolles Juwel, sondern Teil der Geschichte Indiens.
Einst war der Koh-i-Noon der grösste geschliffene Edelstein der Erde, noch heute ist er mit seinen 110 Karat rund 150 Millionen Franken wert. Vor 800 Jahren soll er gefunden worden sein.
1850 schenkte die Kolonie ihn dem britischen Königshaus. Königinmutter Elisabeth trug ihn 1937 bei der Krönung ihres Mannes König Georg VI.
Nur eine Frau darf ihn tragen
Die britischen Anwälte wollen die Klage auf die sogenannte Holocaust-Vereinbarung stützen, die die Rückgabe von Kulturgütern regelt und britischen Institutionen die Macht gibt, gestohlene Artefakte zurückzugeben. Der Fall könnte bis vor den Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationen in Den Haag gehen.
Der britische Historiker Andrew Roberts wehrt sich gegen die Rückgabe. Der Stein sei am richtigen Ort. Der über drei Jahrhunderte dauernde britische Einfluss habe Indien viel Wohlstand gebracht, argumentiert er. Auch die britische Regierung hat die Forderung bisher zurückgewiesen.
Laut der Legende darf der Stein nur von einer Gottheit oder einer Frau getragen werden. Er soll die Person, die ihn trägt, sehr mächtig machen. Trägt ihn ein Mann, bringt er Pech.