Kanada kippt alle Gesetze gegen die Prostitution

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Huren jubelnKanada kippt alle Gesetze gegen die Prostitution

Sexarbeit ist in Kanada zwar legal. doch mehrere Gesetze erschweren den Prostituierten das Leben. Damit haben die obersten Richter jetzt Schluss gemacht.

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Die Domina Terri-Jean Bedford freut sich über den Sieg vor Gericht.

Die Domina Terri-Jean Bedford freut sich über den Sieg vor Gericht.

Juristischer Sieg für Sexarbeiter in Kanada: Das oberste Gericht des Landes kippte am Freitag einstimmig alle geltenden Gesetze gegen Prostitution. Damit ist in Zukunft das Führen eines Bordells ebenso gestattet, wie das Leben von Erlösen aus Sexarbeit und das Anwerben von Freiern auf der Strasse.

Die Richter befanden, dass die herrschende Gesetzeslage die Garantie auf Leben, Freiheit und Sicherheit einer Person verletze. Das kanadische Parlament hat nun ein Jahr Zeit, um eine neue Gesetzgebung auf den Weg zu bringen.

Bordell-Verbote gefährden Prostituierte

Prostitution ist zwar in Kanada nicht illegal, doch viele der damit verbundenen Aktivitäten werden als Verstösse angesehen. Vor 34 Jahren hatte der Oberste Gericht zuletzt das jetzt zu Fall gebrachte Gesetz bestätigt.

Die Entscheidung vom Freitag gilt als wegweisend. Zuvor hatte ein Berufungsgericht in Ontario das Verbot für die Führung eines Bordells gekippt, weil es Frauen einer grösseren Gefahr aussetze. Die kanadische Regierung hatte die Entscheidung angefochten. Sexarbeiter hatten die Klage gegen das geltende Gesetz angestossen. (kmo/sda)

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