USA fordern Bundeswehr-Einsatz an Nato-Ostgrenze

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Abschreckung gegen RusslandUSA fordern Bundeswehr-Einsatz an Nato-Ostgrenze

Einem Medienbericht zufolge drängt US-Präsident Barack Obama auf eine stärkere militärische Präsenz Deutschlands in den baltischen Staaten, Polen und Rumänien.

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Eingreiftruppe der Nato: Soldaten der Bundeswehr stehen auf dem Truppenübungsplatz im bayerischen Grafenwöhr. (24. August 2010)

Eingreiftruppe der Nato: Soldaten der Bundeswehr stehen auf dem Truppenübungsplatz im bayerischen Grafenwöhr. (24. August 2010)

Keystone/Lukas Barth

Die USA fordern ein starkes deutsches Engagement bei der militärischen Abschreckung gegen Russland in Osteuropa. Washington dringe darauf, dass sich die Bundeswehr signifikant an der geplanten Stationierung von einander ablösenden Nato-Einheiten an der Nato-Ostgrenze beteilige, meldet der «Spiegel» in seiner neuen Ausgabe unter Berufung auf deutsche Regierungskreise.

Vor allem von Grossbritannien und Deutschland erwarten die USA demnach Truppen und Kriegsgerät für die Nato-Präsenz in den baltischen Staaten, Polen und Rumänien. Dies habe US-Präsident Barack Obama bereits im Nationalen Sicherheitsrat angekündigt, hiess es in dem Bericht weiter.

Der «Spiegel» sieht die Bundesregierung nun unter Zugzwang. Berlin habe sich bei den Planungen bislang zurückgehalten, da die Bundeswehr bereits massgeblich an der neuen Eingreiftruppe der Nato beteiligt sei und für diese Zusagen bis ins Jahr 2020 gemacht habe.

Verstärkte Nato-Präsenz

Russland hatte 2014 die Schwarzmeer-Halbinsel Krim ins eigene Staatsgebiet aufgenommen und ist in den Konflikt in der Ostukraine verwickelt. Seither befürchten etliche osteuropäische Staaten einen weitergehenden russischen Expansionskurs. Seit Beginn des Ukraine-Konflikts hat die Nato ihre Präsenz in den osteuropäischen Nato-Staaten bereits schrittweise verstärkt. Die USA kündigten an, dauerhaft eine Panzerbrigade in Osteuropa zu stationieren.

Obama wird am Montag zu einem Spitzentreffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Hannover erwartet, an dem auch Frankreichs Staatschef François Hollande, der britische Premierminister David Cameron und Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi teilnehmen. (bee/afp)

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