Obama glaubt nicht an die Genfer Einigung

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EntwaffnungObama glaubt nicht an die Genfer Einigung

In Genf einigten sich die Parteien, dass die Separatisten entwaffnet werden müssen. US-Präsident Barack Obama glaubt aber nicht an die Einhaltung. Verfolgen Sie die Entwicklung im News-Ticker.

In die ostukrainische Stadt Slawjansk sind am Mittwoch sechs Panzer mit einer russischen Flagge eingefahren. Auf den Fahrzeugen sassen schwer bewaffnete Männer in Uniformen mit unterschiedlichen Tarnmustern. Es handelte sich offenbar um prorussische Kräfte.

Die Panzer, die auch die Separatisten-Flagge trugen, machten vor dem Rathaus der Stadt halt, das vor einigen Tagen von den Separatisten eingenommen worden war. Ukrainische Soldaten waren in Slawjansk, wo mehrere öffentliche Gebäude unter der Kontrolle der prorussischen Kräfte sind, zunächst nicht zu sehen.

Bewohner winkten der Besatzung zu

Die Männer auf den Radpanzern trugen zum Teil Sturmhauben und waren mit Kalaschnikow-Gewehren, Granatwerfern, Messern und Pistolen bewaffnet. Eines der Fahrzeuge trug das Emblem der von den Separatisten ausgerufenen Volksrepublik Donezk. Einige Bewohner der Stadt winkten den Männern zu und riefen: «Russland, Russland» oder «Gut gemacht, Jungs!»

Der Konvoi kam aus der Richtung der 15 Kilometer entfernt gelegenen Stadt Kramatorsk, die am Vortag Schauplatz eines «Anti-Terror-Einsatzes» ukrainischer Spezialeinheiten gewesen war. Soldaten hatten dort nach eigenen Angaben einen Flugplatz von den Separatisten zurückerobert. Die ukrainische Führung hatte angekündigt, ihre Offensive in Slawjansk fortzusetzen.

Widersprüchliche Berichte zur Lage in Kramatorsk

In Kramatorsk gab es am Mittwoch nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters zunächst keine Anzeichen von Gefechten. Dort fuhren sieben Radpanzer mit der ukrainischen Flagge durch die Strassen – offenbar um zu demonstrieren, dass die Führung in Kiew die Kontrolle über den Ort zurückgewonnen hat.

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Rund 30 Bewohner der russisch geprägten Stadt stellten sich den gepanzerten Fahrzeugen kurz in den Weg. Soldaten stiegen aus und drängten die Menschen weg. Ein Schuss wurde in die Luft abgefeuert, bevor der Fahrzeugkonvoi weiterfuhr.

Die Lage blieb am Mittwoch jedoch unklar. Medien berichteten, Regierungseinheiten mit mindestens zehn gepanzerten Fahrzeugen seien zu den prorussischen Separatisten übergelaufen. Ein Video des Portals espreso.tv zeigte am Mittwoch, wie die Truppen mit russischen Flaggen durch Kramatorsk fuhren.

In Donezk besetzten offiziellen Angaben zufolge prorussische Kräfte das Rathaus. In zahlreichen ostukrainischen Städten haben prorussische Separatisten Verwaltungsgebäude unter ihre Kontrolle gebracht. (sda)

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