Unbewaffneter mit 90 Schüssen getötet

Aktualisiert

Aufruhr in den USAUnbewaffneter mit 90 Schüssen getötet

In Los Angeles ist ein 19-Jähriger asiatischer Abstammung von der Polizei auf offener Strasse erschossen worden. TV-Kameras filmten mit. Trotzdem gibt der Fall Rätsel auf.

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Der Jugendliche Abdul Arian wird vor laufenden Kameras von der Polizei erschossen. (Video: Sky2/YouTube)

Mit 90 Schüssen haben Streifenpolizisten den unbewaffneten 19-jährigen Abdul Arian auf dem Freeway 101 in Los Angeles niedergestreckt. Kaum hat sich in den USA die Aufregung um den Tod des dunkelhäutigen Jugendlichen Trayvon Martin etwas gelegt, schockiert dieser neue Fall eines toten jungen Mannes die Öffentlichkeit in den Vereinigten Staaten.

Den tödlichen Schüssen am Donnerstag war eine wilde Verfolgungsjagd vorausgegangen. Der Junge war der Polizei wegen seines Fahrstils aufgefallen, wollte aber nicht stoppen, als er dazu aufgefordert wurde. Während er vor der Polizei flüchtete, wählte Arian die Notrufnummer: «Ich wurde schon einmal verhaftet wegen Sachbeschädigung. Ich habe keine Angst vor den Cops. Wenn sie ihre Waffen ziehen, dann werde ich auch meine Waffe auf sie richten.»

90 Schüsse auf den Jugendlichen

Als ihn die etlichen Polizeiwagen, die ihn verfolgten, endlich stoppten, stieg Arian aus und rannte davon. Die gezogenen Waffen der Polizisten hielten ihn davon nicht ab. Wie auf den Fernsehbildern zu sehen ist, zieht auch der flüchtige Arian eine Waffe oder tut zumindest so und wendet sich wieder seinen Verfolgern zu.

Die Antwort der Polizisten ist brutal. Die Beamten durchlöchern den Jugendlichen richtiggehend mit Kugeln. 90 Schüsse wurden abgegeben. Arian erliegt an Ort und Stelle seinen Verletzungen.

«Komme gerade von der ‹Shooting Range›»

Bei seinen Angehörigen herrscht Trauer und Ratlosigkeit. Ein netter Junge sei er gewesen, er habe gearbeitet und wollte später selber Polizist werden. Eine Waffe habe Arian nicht besessen, sagte sein Vater den Medien. Und tatsächlich fand die Polizei keine Waffe bei der Leiche von Abdul Arian, wie sie später mitteilte.

Allerdings gibt das merkwürdige Verhalten Arians zu reden. Warum er die Flucht vor der Polizei ergriff, ist nicht klar. Auch nicht, warum er den bewaffneten Beamten derart aggressiv gegenübertrat. Der letzte Eintrag auf seiner Facebook-Seite widerspricht ebenfalls der Darstellungen seiner Familie. Dort steht: «Komme gerade von der ‹Shooting Range›».

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