PakistanWut und Empörung nach Anschlag auf Malala
Einen Tag nach dem Anschlag auf die junge Aktivistin Malala haben die Menschen im pakistanischen Swat- Tal gegen die Gewalt der Taliban protestiert. Auch das Parlament unterbrach seine Sitzung.
Die Wut der Menschen im unruhigen Nordwesten Pakistans ist gross: Viele Schulen in der Region blieben am Mittwoch geschlossen, Flaggen vor Behörden wehten auf Halbmast und mehrere Demonstrationen waren geplant. Ein Taliban-Kämpfer hatte am Dienstag die 14-jährige Malala Yousufzai niedergeschossen - das Mädchen erlitt einen Kopf- und einen Nackenschuss. Sie war nach einer Operation am Mittwoch nicht bei Bewusstsein.
Malala sei jedoch auf dem Weg der Besserung, sagte Innenminister Rehman Malik nach einem Krankenbesuch. Ärzte hätten in einer stundenlangen Operation eine Kugel aus ihrem Körper entfernt. «Die Ärzte meinen, dass sie nun ausser Lebensgefahr ist», sagte er. Zwei Ärzte in den USA und Grossbritannien stünden aber bereit, nach Pakistan zu fliegen, falls es notwendig werde.
«Ein Vorbild für ganz Pakistan»
Der Generalstabschef der pakistanischen Streitkräfte, General Ashfaq Parvez Kayani, verurteilte in einer Stellungnahme die Tat. Der Terrorist habe nicht verstanden, dass Malala ein Symbol des Mutes und der Hoffnung sei, erklärte er. Er kündigte an, das Militär werde sich den Terroristen nicht beugen.
Das pakistanische Unterhaus unterbrach den normalen Tagesablauf am Mittwoch, um den Anschlag zu verurteilen. «Malala Yousufzai ist ein Vorbild für ganz Pakistan, und wir sollten vereint stehen, um gegen die Elemente anzugehen, die die 14-Jährige angegriffen haben», würdigte Aussenministerin Hina Rabbani Khar die Aktivistin.
Die EU-Aussenbeauftragte Ashton erklärte, die Tat sei «sowohl ein Angriff gegen grundlegende menschliche Werte und gegen alle Menschenrechtsverteidiger in Pakistan». Malala sei «eine Quelle der Bewunderung für uns alle».
Symbol der Hoffnung
Auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Anschlag der Taliban auf die pakistanische Kinderrechtsaktivistin. Er würdigte die «mutigen Bemühungen» von Yousafzai, das in der Menschenrechtscharta verankerte Grundrecht auf Erziehung zu fördern.
Die erst 14-Jährige hatte sich seit Jahren um Bildung für Mädchen bemüht. Für ihr Engagement erhielt sie im vergangenen Jahr den ersten pakistanischen Friedenspreis.
International bekannt wurde sie, als sie bereits mit elf Jahren während der Taliban-Herrschaft im Swat-Tal einen Blog für die britische Rundfunkanstalt BBC schrieb. Dafür wurde sie letztes Jahr für den Internationalen Kinder-Friedenspreis nominiert.
Die Taliban erklärten, sie hätten das Mädchen für ihre säkulare Weltanschauung und ihren Einsatz für Bildung angegriffen.
(sda)