Wasserwerfer gegen Public-Viewing-Randale

Aktualisiert

Fans rasten ausWasserwerfer gegen Public-Viewing-Randale

In der Public-Viewing-Zone in Luzern kam es rund um die Montag-Spiele zu wüsten Szenen. Fans von Kroatien, Spanien und Italien gingen aufeinander los. Die Polizei musste eingreifen.

aeg/jam
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Die Luzerner Public-Viewing-Zone zeigte am Montagabend die Spiele Spanien-Kroatien und Italien-Irland. Das eine Spiel wurde in der Aussenzone ausgestrahlt, das andere in der Bar beim KKL. Vor allem Fans von Spanien, Italien und Kroatien waren zugegen.

Offenbar zu viel Temperament auf einem Haufen, wie sich herausstellen sollte. Die Fangruppen provozierten sich während des Spiels gegenseitig, es kam zu Scharmützeln. Kurz vor Spielende geriet die Situation dann vollständig ausser Kontrolle, wie ein Leser-Reporter berichtet.

«Etwa in der 92. Minute sind die Kroaten mit allem, was nicht niet- und nagelfest ist, auf die Italiener und die Spanier losgegangen», erzählt der Augenzeuge. Rund 300 Menschen seien in den beengten Verhältnissen vor dem KKL anwesend gewesen, der Grossteil von ihnen Kroaten. Einigen von ihnen seien schliesslich alle Sicherungen durchgebrannt: Sie gingen mit Stühlen und Tischen auf die gegnerischen Fans los und warfen auch Velos. Zudem hätten sie auch damit begonnen, die rund faustgrossen Metallkupplungen von einem Baugerüst zu werfen – massive Eisenteile.

Auch Polizei angegriffen

Unter den Anwesenden sei eine Panik ausgebrochen. Innert kürzester Zeit sei die Polizei mit einem Wasserwerfer vor Ort gewesen und hätte anschliessend auch Gummischrot gegen die pöbelnde Menge eingesetzt, berichtet der Leser-Reporter weiter.

Die Kantonspolizei Luzern bestätigt die Krawalle auf Anfrage von 20 Minuten Online. Ihre Schilderungen unterscheiden sich allerdings etwas von denjenigen des Augenzeugen. Unter den Anwesenden sei es zu Schlägereien gekommen, als enttäuschte Kroaten auf die jubelnden Italiener und Spanier losgingen. «Die Polizei musste massiv dazwischen gehen und versuchte, die Fanlager nach Kräften zu trennen», sagt Mediensprecher Kurt Graf. Danach habe sich der Groll der kroatischen Fans gegen die Ordnungshüter gewandt. Diese seien mit Mobiliar und Velos sowie den oben erwähnten Metallkupplungen angegangen worden, worauf die Polizei die Angreifer mit Wasserwerfer und Gummischrott zurückdrängen musste.

Hier haut der Wasserwerfer einen kroatischen Fan um

Höhe des Sachschadens unbekannt

Verletzte haben die Ausschreitungen laut der Polizei keine gefordert. Die Höhe des entstandenen Sachschadens ist noch nicht bekannt. Am Wasserwerfer ging die Frontscheibe kaputt. Die Scharmützel dauerten bis gegen 0.30 Uhr an.

Ein anderer Leser-Reporter, der die Ausschreitungen hautnah beobachtet hat, schildert die Situation ähnlich. Acht kroatische Fans seien auf einen Fan der Squadra Azzurra losgegangen, nachdem dieser die Kroaten verbal provoziert hatte. Der Italiener habe eine Platzwunde am Kopf davongetragen. Diese Schlägerei habe eine Panik ausgelöst, der Streit selber sei allerdings nach nicht einmal 40 Sekunden wieder beendet gewesen. Der Einsatz der Polizei sei allerdings überzogen gewesen. Das massive Eingreifen der Ordnungskräfte habe die kroatischen Fans nur unnötigerweise provoziert. Ausserdem hätten zahlreiche Fans wegen der Polizei das Public-Viewing-Gelände nicht verlassen können.

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