SVP ZürichMit rechtsradikaler Rhetorik gegen Deutsche
Der Ton eines neuen Inserates der Stadtzürcher SVP bedient sich eines Tonfalls, der stark nach Nationalsozialismus klingt. Die Kampagne zielt auf den angeblichen «deutschen Filz» an der ETH. Was denken die Menschen hierzulande wirklich über Deutsche in der Schweiz?
Die Anzeige hat für viel Diskussionsstoff gesorgt, seit sie am Donnerstag erstmals im «Blick am Abend» erschienen ist. Damit tritt die SVP noch einmal nach bei der von ihr initiierten Diskussion um einen vermeintlichen «deutschen Filz» an Zürcher Universitäten, nachdem zahlreiche - schweizerische und ausländische - Professoren eine entsprechende ganzseitige Gegenanzeige in der NZZ geschaltet hatten. Doch mit der Replik der SVP hat die Auseinandersetzung endgültig Schlammschlacht-Charakter angenommen.
Soziologieprofessor Kurt Imhof bezeichnet die Politaktion als reine Demagogie: «Es handelt sich um eine rechtspopulistische Kampagne, die Deutsche und Intellektuelle böswillig verunglimpft und Fakten verdreht.» Auch der auf die Rassismus-Strafnorm spezialisierte Anwalt Daniel Kettiger hat eine klare Meinung zur SVP-Kampagne: «Das Inserat ist eindeutig rassendiskriminierend. Die SVP Stadt Zürich spricht von 'deutschem Filz' und unterstellt den deutschen Professoren somit in entwürdigender Weise eine unredliche Verhaltensweise. Somit diskriminieren die Verfasser des Inserats eine Gruppe von Leuten alleine aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit.» SVP-Kantonalpräsident Alfred Heer hingegen verteidigt das Inserat: «Es ist weder rassistisch noch ehrverletzend.»
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