iPadPornoindustrie nutzt Hintertürchen
Apples Bemühungen, Pornographie von ihren mobilen Geräten fernzuhalten, sind Zeitverschwendung: YouPorn ist bereits auf dem iPad gelandet.

Nicht im Sinne von Apple: YouPorn hat eine fürs iPad optimierte Version ihrer Webseite entwickelt.
Wenn es um nackte Tatsachen geht, fährt Steve Jobs bekanntlich einen strengen Kurs. Sex-Apps sind den Apple-Zensoren ein Dorn im Auge und werden rigoros abgelehnt. Im Kreuzzug gegen blanke Brüste hat Apple erst Ende Februar um die 5000 Applikationen aus dem App Store verbannt (20 Minuten Online berichtete). Apples Marketing-Chef Phil Schiller begründete die Massnahmen gegenüber der «New York Times» mit sich mehrenden Beschwerden zahlreicher Frauen und Eltern.
Die Bemühungen sind aber für die Katz. Über den Safari-Browser lassen sich problemlos Pornoseiten der Sexindustrie ansteuern. Da aber der Grossteil davon auf Adobes Videoformat Flash setzt, erschien bei Filmen bislang ein schwarzes Display. Denn iPhone, iPod touch und iPads sind nicht in der Lage, Flash-Inhalte wiederzugeben. Um bewegte Inhalte darzustellen, sind lediglich HTML5, CSS und JavaScript erlaubt.
YouPorn macht den Anfang
Eine der bekanntesten Sexvideo-Seiten ist youporn.com. Hierzulande rangiert sie gemäss alexa.com momentan auf Rang 19 der meistbesuchten Webseiten. In der Weltrangliste belegt YouPorn Platz 62. Die Betreiber haben nun damit begonnen, eine HTML5-Version zu entwickeln und so die Clips aus dem riesigen Archiv nach und nach auch für das grosse Display des iPads zugänglich zu machen, berichtet das IT-Portal winfuture.de. Die iPad-User werden auf YouPorn wie folgt begrüsst: «Willkommen auf unserer iPad-Seite. Wir re-encoden unser Video-Archiv, um alle unsere Videos iPad-kompatibel zu machen. Bitte geben Sie uns Feedback.» Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis die Betreiber anderer Sexseiten nachziehen werden.
Steve Jobs dürfte darüber wenig erfreut sein. Erst Anfang April betonte der Apple-CEO, dass Porno-Surfer auf Android-Smartphones ausweichen müssen: «Es gibt bekanntlich einen Porno-App Store für Android, ich denke nicht, dass wir diesen Weg gehen sollten.»
Ab dem 28. Mai kommen in der Schweiz die iPads in den Handel. 20 Minuten Online konnte es testen und ist von dem Tablet-PC mehrheitlich angetan. Das Surfen im Internet, das Spielen von Games und das Anschauen von Videos machen auf dem iPad grossen Spass. Ein echtes Manko ist allerdings die fehlende Unterstützung von Flash. Das Anschauen vieler Web-Videos und animierter Webseiten im Browser wird dadurch unmöglich. Dass die WLAN-Version ohne GPS auskommen muss, ist ebenfalls nicht nachvollziehbar. Weitere Mängel sind eine fehlende USB-Schnittstelle, der bescheidene Speicherplatz und die nicht vorhandene Kamera.
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