Der Schweizer «Angry Birds»-Rivale

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Kreatives Smartphone-GameDer Schweizer «Angry Birds»-Rivale

Das Geschicklichkeits-Spiel «Gravity Lander» von vier Berner Giele wurde über 100 000 Mal auf Smartphones installiert. Nun lancierten die Programmierer den zweiten Streich.

Oliver Wietlisbach
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Oliver Wietlisbach

Vor einem Jahr landete das Berner Grafikkollektiv Büro Destruct mit seinem Smartphone-Spiel «Gravity Lander» einen helvetischen Überraschungserfolg. Rund 60 000 iPhone- und 50 000 Android-Nutzer von der Schweiz bis Australien luden sich das Gratisspiel auf ihr Handy herunter. Nun haben die Brüder Michael, Lorenz und Claudio Gianfreda zusammen mit Kaspar Lüthi den Nachfolger «Gravity Lander Pro» lanciert und hoffen auf einen zweiten Coup.

Die Spielidee ist denkbar simpel. Eine kleine Rakete muss erfolgreich auf einem Planeten gelandet werden. Die Gravitation zieht das Raumschiff nach unten, allerdings steht in jedem der 100 Level ein Trümmerberg zwischen der Rakete und der sicheren Landung. Die Schwerkraft bezwingt man mit geschicktem Balancieren des iPhones, allerdings müssen beim Landeanflug zusätzlich Hindernisse wie Räder, Lifte, explosive Fässer und Trampoline aus dem Weg geräumt werden.

Handy-Akrobatik sei bei diesem Spiel gefragt, sagt Lorenz Gianfreda, der den Retro-Look des Spiels entworfen hat. «Geübte Spieler rotieren ihr Handy so schnell, dass es fast aussieht, als würde es ihnen aus den Händen fallen.»

Unterstützung von Apple

Der eben erschienene Nachfolger wartet mit 100 statt 52 Level auf, wovon 80 neue Spielabschnitte sind. Obwohl die Pro-Version nicht mehr gratis ist, sondern 1.10 Franken kostet, sind die Chancen für einen zweiten Hit intakt. Apple präsentiert das kleine Game-Juwel prominent im deutschsprachigen App Store, was für den Erfolg einer neuen App zentral ist. «In der ersten Woche ist 'Gravity Lander Pro' rund 800 Mal gekauft worden», erzählt Lorenz Gianfreda. Gedulden auf die Fortsetzung müssen sich Android-Fans: Mit einer Umsetzung für Googles Betriebssystem Android sei erst zu rechnen, wenn sich die iOS-Version gut verkaufe.

Auf die Frage, wie er auf die Spielidee gekommen ist, holt der Berner, der unter dem «Künstlernamen» Lopetz bekannt ist, zu einem kleinen Monolog aus. Die Kurzversion: «Gravity Lander Pro» ist ein Puzzle aus bekannten Retro-Games. Die Spielidee erinnert an das Uralt-Atari-Game «Lunar Lander», wo bereits ein kleines Raumschiff vorsichtig gelandet werden musste. Die Steinklötze und Plattformen, die der Rakete den Weg versperren, kennen Nostalgie-Zocker aus den Spieleklassikern «Tetris» und «Donkey Kong». Als weitere Hindernisse kommen die vom PlayStation-Gamepad bekannten Dreiecke, Kreise oder Quadrate zu Ehren.

Suchtpotenzial wie «Angry Birds»

«Gravity Lander Pro» ist wie das Handy-Kultspiel «Angry Birds» ein sogenanntes Casual Game; ein Spiel für zwischendurch, aber mit ungeheurem Suchtpotenzial. Auch wer mit Games nichts am Hut hat, versteht das Spielprinzip nach wenigen Sekunden.

Das Grafikkollektiv Büro Destruct hat sich seit vielen Jahren mit seinen Schriften einen Namen gemacht. Der künstlerische Anspruch ist denn auch im ersten Spiel der Berner unverkennbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Handy-Games wurde deshalb auf Werbung im Spiel verzichtet. Die letzten drei bis vier Monate arbeiteten die Brüder Gianfreda an «Gravity Lander Pro» für die iOS-Geräte iPhone, iPad und iPod Touch.

Games vom Staat gefördert

Dass Games kleine Kunstwerke sein können, hat inzwischen auch die Politik erkannt. Rund ein Viertel des Budgets des ersten «Gravity Lander»-Spiels wurde durch Pro Helvetia gedeckt. Die Kulturstiftung unterstützt mit dem Projekt «Game Culture» Schweizer Game-Designer. So soll auch hierzulande ein Markt für qualitativ hochwertige Spiele entstehen. Dass sich diese Investition rechnen kann, zeigt ein Blick nach Finnland. Dank «Angry Birds», das über 200 Millionen Mal heruntergeladen worden ist, beschäftigt der Hersteller Rovio nun über 50 Mitarbeiter.

«Gravity Lander Pro» gibt es für iOS. Der Vorgänger ist auch für Android und als Webbrowser-Spiel verfügbar. Die schnellsten Leser erhalten das Spiel gratis (siehe Kasten).

«Gravity Lander Pro»

Büro Destruct und 20 Minuten Online vergeben vier Promo-Codes für das iOS-Spiel «Gravity Lander Pro». Die vier ersten Leser können die Codes einlösen (first come - first serve). Ein Code kann jeweils nur von einer Person ein Mal eingelöst werden.

- JPXK94YEXFL6

- 9MPWWEXLAJRX

- LYTWMNMFXJNA

- 634K6E3M36WF

Die Codes können im App Store unter «Highlights» und «Einlösen» eingegeben werden.

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