Geldregen für Schweizer Game «Train Fever»

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Crowdfunding-ErfolgGeldregen für Schweizer Game «Train Fever»

Die Transportsimulation «Train Fever» hats geschafft: Auf der Crowdfunding-Plattform Gambitious sammelten die Schaffhauser Game-Entwickler 250'000 Euro. Nun soll das Spiel 2014 erscheinen.

Jan Graber
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Jan Graber

Um 20 Uhr am Mittwochabend des 20. März war es soweit. Der 29-jährige Basil Weber und seine Teammitglieder von Urban Games konnten aufatmen: Elf Tage vor Ablauf der Crowdfunding-Kampagne für die Transport-Simulation «Train Fever» auf Gambitious.com stand fest, dass die 250'000 Euro für die Fertigentwicklung des Spiels zusammengekommen sind.

«Die Erleichterung ist enorm», sagt Basil Weber. Während eines halben Jahres hätten sie sieben Tage die Woche dafür gearbeitet. Weber ahnte bereits im Laufe des Mittwochs, dass es klappen würde: Er wusste, dass per Banktransfer noch Geld unterwegs war – über 650 Unterstützer hatten bereits zuvor Geld für die Entwicklung gespendet. Als am Abend endgültig feststand, dass das Ziel erreicht war, liessen sie die Champagnerkorken knallen.

20 Minuten Online hatte Anfang Februar über das Crowdfunding-Projekt der Schaffhauser berichet: «Der Online-Artikel hat uns sehr viele kleinere Investoren gebracht», sagt Weber. Nach dem Print-Artikel hätten einige Leser Urban Games per Mail kontaktiert und grössere Beträge investiert. «Das Maximum lag bei 20'000 Euro», freut sich Weber.

«Als nächstes gründen wir eine Firma

Nun geht es für die jungen Schaffhauser Game-Entwickler an Eingemachte: «Als nächstes gründen wir eine Firma», sagt Weber. Bereits jetzt seien sie in den Abschlussverhandlungen mit einem amerikanischen und einem deutschen Publisher. Während des kommenden Jahres wird mit Hochdruck am Spiel gearbeitet, erscheinen soll «Train Fever» im Mai 2014.

Mit «Train Fever» ist auch die erste Crowdfunding-Kampagne, bei der die Geldgeber am Erfolg des Spiels beteiligt werden, zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht worden: «Wir sind überzeugt, dass Gambitious eine grossartige Möglichkeit für unabhängige Spielentwickler ist, das notwendige Kapital zu erhalten», liess Weber mittels Pressemitteilung verlauten. Das Team sei begeistert, dass «Train Fever» das erste erfolgreiche Spiel auf der noch jungen Crowdfunding-Plattform ist.

Gameplay-Video «Train Fever

Gametrailer «Train Fever»

Über «Train Fever»

Die Aufbau-Simulation «Train Fever» macht Spieler zum Transport- und Städteplaner. Indem zum Beispiel zwei Städte mit einer Eisenbahnlinie verbunden werden, verändert sich die Wirtschaft der beiden Orte. Zusätzliche Buslinien innerhalb der Ortschaften sorgen für weiteres Wachstum. Die Städte verändern sich dynamisch, die Berechnungen basieren auf realen wissenschaftlichen Untersuchungen.

Aktuell kann eine virtuelle Fläche von hundert Quadratkilometern bebaut werden; sie könnte allerdings am Ende noch grösser sein. Für das Game wurde zudem extra eine Grafikengine entwickelt, die «Train Fever» in ein visuell brillantes Kleid packt. Das Spiel soll im Mai 2014 erscheinen.

Über Urban Games

Das im schweizerischen Schaffhausen ansässige Entwicklerteam Urban Games setzt sich aus Absolventen der ETH Zürich und der Zürcher Hochschule der Künste zusammen. Für die Städtesimulation in «Train Fever» kommt eine Software zum Einsatz, die an der ETH entwickelt wurde. «Train Fever» wird der erste Titel des Teams.

Über Gambitious

Gambitious ist weltweit die erste Crowdfunding-Plattform nur für Computerspiele. Auf der Webseite werden laufende Spielprojekte vorgestellt, welche Privatpersonen mitverfolgen und unterstützen können. Durch tausende von kleinen Geldbeträgen kommt die Finanzierung des Computerspiels zustande.

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