Berliner Kirchen bieten gratis WLAN-Hotspots

Aktualisiert

«Godspot»Berliner Kirchen bieten gratis WLAN-Hotspots

Tradtion trifft auf Moderne: In Berlin werden über 200 Gotteshäuser mit kostenlosen WLAN-Hotspots, den sogenannten Godspots, ausgestattet.

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Bisher fragte man aufgrund der Rechtslage selbst in deutschen Beizen oft vergeblich nach dem WLAN-Passwort. Dass es gerade eine kirchliche Institution ist, die nach einer angekündigten Gesetzesänderung darauf setzt, Gratis-Hotspots anzubieten, haben wohl nur wenige erwartet.
Die Landeskirche Berlin und Brandenburg will all ihre Gotteshäuser bis 2017 mit offenem WLAN ausstatten - und beweist bei der Namensgebung obendrein eine gute Portion Humor: Die Hotspots sollen «Godspots» heissen.
Die Pläne sind ambitioniert: «Wir schicken uns an, der grösste Anbieter von offenem WLAN in Deutschland zu werden», so ein Sprecher.
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Bisher fragte man aufgrund der Rechtslage selbst in deutschen Beizen oft vergeblich nach dem WLAN-Passwort. Dass es gerade eine kirchliche Institution ist, die nach einer angekündigten Gesetzesänderung darauf setzt, Gratis-Hotspots anzubieten, haben wohl nur wenige erwartet.

Flickr / Francois Schnell

Gratis surfen auf der Kirchenbank? Was komisch klingt, wird in den reformierten Kirchen in Berlin und Brandenburg schon bald möglich sein. Die Landeskirche will all ihre Gotteshäuser bis 2017 mit offenem WLAN ausstatten – und beweist bei der Namensgebung obendrein eine gute Portion Humor: Die Hotspots sollen «Godspots» heissen.

Ohne Registrierung sollen alle Besucher den göttlichen WLAN-Draht gratis nutzen können. Eine Sensation in Deutschland, wo man bis heute aufgrund der Rechtslage (siehe Infobox) selbst in Beizen oft vergeblich nach den Zugangsdaten fürs WLAN fragt.

Pornos in der Kirche?

Dass es gerade eine kirchliche Institution ist, die nach einer angekündigten Gesetzesänderung auf Gratis-Hotspots setzt, haben wohl nur die wenigsten erwartet. Man verfolgt gar ambitionierte Pläne. «Wir schicken uns an, der grösste Anbieter von offenem WLAN in Deutschland zu werden», sagt Fabian Kraetschmer, Leiter der IT-Abteilung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, in einem Interview mit dem «Spiegel».

Man wolle auf diese Weise einen Beitrag zur Netzpolitik, Netzneutralität sowie zur Steigerung der Medienkompetenz leisten. Deshalb solle es auch keine Netz-Filter geben. Und wenn jemand auf der Kirchenbank Pornos konsumiert? «Das konnten sie vor hundert Jahren auch schon. Wer wollte, hat sich da Schmuddelheftchen in Papierform zugeschoben», so Kraetschmer.

Störerhaftung

Bisher war die Rechtslage in Deutschland so, dass der Inhaber eines Internetanschlusses für jegliches illegales Surfverhalten über seine Leitung haftete. Die sogenannte Störerhaftung machte das Bereitstellen von offenen Wlan-Zugängen für viele zu riskant. Kürzlich gab die Regierung jedoch bekannt, die verhasste Regelung bald abschaffen zu wollen.

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