Gottloses NetzDas Internet macht uns zu Ungläubigen
Ein US-Forscher behauptet, dass das Internet den Glauben an Gott zerstört. In seiner Studie zeigt er auf, dass die Zahl von Gläubigen wegen der gestiegenen Internetnutzung abnimmt.

Keine Verbindung: Vor allem Menschen, die das Internet intensiv nutzen, würden laut dem Forscher Allen Downey der Religion mit erhöhter Wahrscheinlichkeit den Rücken kehren. (Bild: Wikipedia)
PicasaSurfen statt beten: Ein US-Wissenschaftler ist überzeugt, dass die Nutzung des Internets die Chance verringert, Mitglied einer Religionsgemeinschaft zu sein. Zu diesem Ergebnis kommt Allen Downey vom Olin College of Engineering in Massachusetts nach der Auswertung einer Umfrage unter Amerikanern, die aus ihren Glaubensgemeinschaften ausgetreten sind.
Seiner These zufolge nimmt der Anteil von Amerikanern ohne religiöse Ausrichtung stetig zu. Während 1980 – als noch niemand das Internet nutzte – der Anteil bei acht Prozent lag, hat sich der Wert innerhalb von 30 Jahren auf 18 Prozent mehr als verdoppelt. Konkret heisst das, dass in den letzten 30 Jahren rund 25 Millionen Amerikaner aus einer Glaubensgemeinschaft ausgetreten sind.
Harte Konkurrenz für den Papst
Diese Entwicklung hänge zwar von mehreren Faktoren wie dem Einkommen, Bildungsgrad und dem Wohnort der Personen ab, doch nichts habe einen so grossen Einfluss auf die Gläubigkeit wie die Internetnutzung, so der Forscher. Vor allem Menschen, die das Internet intensiv nutzen, würden laut Downey der Religion mit erhöhter Wahrscheinlichkeit den Rücken kehren. Veröffentlicht wurde seine Studie beim MIT Technology Review.
Laut dem IT-Portal CNet könnte es auch sein, dass Religionsgemeinschaften zu spät angefangen haben, das Internet zu nutzen. «Sie haben Kunden verloren und müssen nun aufholen», heisst es im Artikel. Gar keine so einfache Aufgabe: Bei Twitter hat der aktuelle Pontifex, Papst Franziskus, 3,89 Millionen Follower – die US-Sängerin Katy Perry hingegen über 50 Millionen.