Erste iPad-Zeitung wird wieder eingestellt

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«The Daily»Erste iPad-Zeitung wird wieder eingestellt

Nach nur zwei Jahren verschwindet die erste nur für das iPad herausgegebene Zeitung wieder von der Bühne. «The Daily» konnte sich nicht genügend von der Gratis-Konkurrenz absetzen.

Bei der Lancierung von «The Daily» am 2. Februar 2011 war Medienmogul Rupert Murdoch (rechts) noch zuversichtlich. (Bild: Keystone)

Bei der Lancierung von «The Daily» am 2. Februar 2011 war Medienmogul Rupert Murdoch (rechts) noch zuversichtlich. (Bild: Keystone)

Die digitale Tablet-Zeitung «The Daily» wird von Medien-Mogul Rupert Murdoch nach knapp zwei Jahren eingestellt. Es sei nicht gelungen, ausreichend Leser zu gewinnen, um sie auf Dauer zu betreiben, erklärte er am Montag zur Begründung. Die letzte Ausgabe erscheint am 15. Dezember. Aus dem iTunes Store von Apple ist die App schon verschwunden, die Bewertungen waren nur mittelmässig.

The Daily» war am Ende wohl auch schlicht zu teuer. Es gab rund 100.000 Abonnenten, die 99 Cent pro Woche oder 40 Dollar pro Jahr für das tägliche Magazin zahlten, das ganz auf die Nutzung am Touchscreen abgestimmt war. Rund hundert Menschen waren mit der Produktion beschäftigt. Die Verluste für den Verlag gehen in die Millionen.

Murdoch hatte die «Daily» im Februar 2011 als «Zeitung der Zukunft» vorgestellt - ein digitales Medium, das extra für Tablet-Computer produziert wurde. Nach einer Ausgabe für das iPad von Apple brachte Murdochs News Corp. im Januar 2012 auch eine Version für Tbalet mit dem Google-System Android auf den Markt.

Zu wenig Leser

Zum Start im Januar 2011 erklärte News Corp., dass die Kosten für «The Daily» bei rund einer halben Million Dollar pro Woche lägen, also etwa 26 Millionen Dollar im Jahr. «The Daily» begann als mutiges Experiment, bekannte Journalisten wurden angeheuert, um dem Magazin Profil zu geben. Die erhoffte Resonanz blieb aber aus. Murdoch erklärte, man habe nicht schnell genug genügend Leser gefunden, um die Fortführung des Magazins zu rechtfertigen. Im August gab es bereits eine Sparrunde, bei der 50 der zuvor 170 Arbeitsplätze wegfielen.

Von der Erfahrung mit «The Daily» sollen nun die anderen Titel des Verlags profitieren, hiess es. Ihr Herausgeber Greg Clayman soll künftig die weltweite Digital-Strategie beaufsichtigen und der erste «Daily«-Chefredaktor Jesse Angelo wird Herausgeber der «New York Post».

Weichen für Aufspaltung gestellt

Murdoch bereitet zudem sein Medienimperium auf die Zeit nach der Aufspaltung vor. Wie er am Montag verriet, wird das grössere Unterhaltungsgeschäft mit den Fox-Fernsehsendern sowie dem Filmstudio 20th Century Fox künftig unter Fox Group firmieren.

Die kleinere Verlagssparte wird den bisherigen Konzernnamen News Corporation weiterführen. Diesen Zweig leiten soll Robert Thompson, der Geschäftsführer seines Flaggschiffs «Wall Street Journal».

Skandal hat Konzern schwer erschüttert

Firmengründer und Grossaktionär Rupert Murdoch selbst wird das profitablere Unterhaltungsgeschäft lenken und zudem als Verwaltungsratschef beider Zweige fungieren. Damit hat er weiterhin das Sagen.

Der Medienkoloss soll bis Mitte kommenden Jahres aufgespalten werden, nachdem der Skandal um abgehörte Telefone bei der britischen SonntagsZeitung «News of the World» den Konzern schwer belastet hatte und das Zeitungsgeschäft allgemein einer schweren Zukunft entgegen sieht. (sda/dapd)

Stellenabbau bei der «New York Times»

Die «New York Times» will sparen und einige Stellen streichen. Rund 30 Mitarbeitern sollen Abfindungen angeboten werden. Wie das Blatt am Montag berichtete, richtet sich das Angebot an 30 Manager, die nicht in der Gewerkschaft sind.

Die Chefredakteurin der «New York Times», Jill Abramson, schrieb in einem Brief an die Mitarbeiter, die Redaktion sei wieder auf den Umfang von 2003 gewachsen, als es 1150 Mitarbeiter gab. Die Entscheidungen über die Abfindungen müssten bis zum 24. Januar gefallen sein, erklärte Abramson. Wenn das Angebot nicht genügend angenommen werde, könne es auch zu Entlassungen kommen. (dapd)

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