Ruhe im AbteilMit Handy-Störsender im ÖV – Mann (63) verhaftet
Weil ihn Telefongespräche in der U-Bahn nervten, besorgte sich ein Mann aus Chicago einen Störsender. Sein Bedürfnis nach Ruhe brachte ihn jetzt vor Gericht.
Seit einigen Monate schon beklagten sich die Bewohner von Chicago, dass das Netz in der U-Bahn immer wieder zusammenbreche. Allerdings lag das keineswegs am Mobilfunknetz, sondern vielmehr an einem genervten Passagier. Dennis Nicholl fuhr in der U-Bahn stets mit einem Störsender in der Hand. Jetzt steht er vor Gericht.
Der 63-Jährige wünschte sich wohl die guten, alten Zeiten zurück. Die Zeiten, in der Menschen einander im ÖV anschwiegen, statt am Handy laut Privatgespräche zu führen. «Er wollte niemandem wirklich schaden», sagte sein Anwalt laut «CBS Chicago» bei der Anhörung.
Bis zu 110'000 Franken Strafe
Was dem Amerikaner eine kurze Pause von lauten Telefonaten in der U-Bahn einbrachte, könnte ihn nun teuer zu stehen kommen. Denn der Einsatz von Geräten zur Blockierung des Mobilfunks ist in den USA verboten – genau wie in der Schweiz und der EU. Schliesslich blockieren Störsender auch Notrufe. Bei Zuwiderhandlung drohen in den USA deshalb Gefängnisstrafen und Bussen bis zu umgerechnet 110'000 Franken.
Gefasst hatte man Nicholl, weil aufmerksamen Passagieren immer wieder ein Mann mit einem seltsamen Gadget in der Hand auffiel, so auch Keegan Goudie. Dieser fotografierte Nicholl mehrmals und widmete ihm einen Beitrag auf seinem Blog, der die Polizei letztendlich auf die Spur des 63-Jährigen brachte.