Projekt DönerCopter - Kebab per Drohne

Aktualisiert

«Der Döner muss fliegen»Projekt DönerCopter - Kebab per Drohne

Was für eine verrückte Idee: Deutsche Döner-Kebab-Fans planen einen Flug-Lieferservice mit einem selbstgebauten Mini-Helikopter. Dabei ist nicht die Schwerkraft ihr grösstes Problem.

Daniel Schurter
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Daniel Schurter

Kebab bestellen - und Abflug! Was sich wie ein Witz anhört, ist die Geschäftsidee dreier Männer aus Freiburg. Am 10. Mai machten die Initianten ihr DönerCopter-Projekt via Facebook publik. «Das ist nicht nur aus Spass geschehen», versichert Benedikt Böckenförde gegenüber 20 Minuten Online, auch wenn ihn ein Scherz aus den USA (Tacocopter-Hoax) auf die Idee mit dem Luft-Lieferservice gebracht habe.

Das Konzept sieht vor, dass man via Gratis-App «den Dönerladen seines Vertrauens» auswählt, bequem und schnell bezahlt und daraufhin speditiv von einer Drohne beliefert wird. Die süddeutsche Pilot-Stadt Freiburg im Breisgau biete mit einem sehr dichten Netz an Dönerläden und kurzen Flugwegen optimale Bedingungen für den erfolgreichen Start ...

Viele Freiwillige

Das Entwickler-Kernteam besteht aus drei Männern Anfang 30: Neben Marketing-Fachmann Böckenförde sind das ein Mechatroniker und leidenschaftlicher Modellflugbauer sowie ein Designer. «Hinzu kommen viele Leute, die sich auch ehrenamtlich engagieren.» Eine in Freiburg ansässige Digital-Agentur arbeitet an der Gratis-App.

Bis zu einem landesweiten Flug-Lieferdienst für die beliebte Imbiss-Spezialität gälte es einige Hürden zu überwinden. Doch aus dem Freiburger Ratshaus hiess es schon mal ablehnend, die Idee sei nicht umsetzbar.

Luftraum gesperrt

Der DönerCopter dürfe, da er gewerblich genutzt werde, gar nicht über Menschenmengen fliegen, liess ein Mitarbeiter der Stadtverwaltung verlauten. Auch vom naheliegenden Flugplatz gab es Einspruch. Der Luftraum sei für unbemannte Fluggeräte gesperrt, wegen Kollisionsgefahr.

«So wie es aussieht, werden wir keine Bewilligung erhalten», sagt der Initiant des DönerCopter-Projekts gegenüber 20 Minuten Online. Doch er will an der verrückten Geschäftsidee festhalten, Döner Kebab mit dem ferngesteuerten Mini-Helikopter auszuliefern. «Der Döner muss fliegen», sagt der 31-jährige Deutsche.

Mehrere Abstürze, ein neuer Prototyp

Auch von den technischen Hürden lässt man sich nicht abschrecken. Der erste Prototyp - ein Quadcopter, Marke Eigenbau - stürzte bei Testflügen ab. Nun ist ein zweiter Drohnen-Prototyp in Entwicklung, ein Hexacopter. Die zusätzlich rotierenden Flügel sollen den erforderlichen Auftrieb bringen. Der Döner liegt in einem automatisch aufklappbaren Spezialbehälter. Die Fracht soll möglichst frisch und heiss beim Kunden landen.

Das nachfolgende Video zeigt einen frühen Versuch, der mit einer unsanften Landung auf der Wiese landete.

(Quelle: youtube.com/BenefitMedia)

Nach ersten Gesprächen mit den Behörden habe sich herausgestellt, dass der DönerCopter eine maximale Flughöhe von 30 Metern nicht überschreiten dürfe. Und auch wenn das Fliegen über öffentlichen Grund verboten sei: «Bei privaten Veranstaltungen und übers Wasser dürfen wir ja fliegen», sagt Böckenförde und lacht. Zudem hätten bereits mehrere grosse Firmen ihr Interesse gemeldet. Eine mögliche Variante wäre, die Döner mit dem Auto auszuliefern und mit der Drohne bis zum Balkon des Kunden zu fliegen.

Lesenswertes FAQ

Auf der professionell gestalteten DönerCopter-Website ist ein lesenswertes FAQ (Frequently Asked Questions) zu finden. Dort werden alle möglichen und unmöglichen Fragen humorvoll beantwortet. Etwa die, was die Piloten gegen hungrige Tauben zu tun gedenken. Antwort: «Wir hatten bei einem unserer Testflüge fast(!) einen tödlichen Zwischenfall mit einer Taube, die unseren DönerCopter direkt attackiert hat. Wir überlegen daher, bei grossen Lieferungen eine Art Geleitschutz mit kleineren Quadrocoptern zu geben.»

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