Deal mit Magic LeapSchweizer Technologie für US-Hightech-Firma
Magic Leap arbeitet an einer sogenannten Mixed-Reality-Brille. Jetzt hat das US-Unternehmen Teile eines Schweizer Start-ups gekauft.
Wie Magic Leaps Mixed-Reality-Brille aussehen wird, ist bisher nicht bekannt. In mehreren Demovideos zeigt die US-Firma aber, was zu erwarten ist. (Quelle: Magic Leap)
Die Technologie, an der die Firma Magic Leap arbeitet, hat das Potenzial, dereinst Smartphones zu ersetzen. Das hofft CEO Rony Abovitz. Sein Unternehmen tüftelt seit Jahren an einer Mixed-Reality-Brille. Ein fertiges Produkt wurde bisher nicht öffentlich gezeigt. Dennoch haben Google und die chinesische Alibaba Group mehrere hundert Millionen US-Dollar in Magic Leap investiert.
Jetzt erhält die Firma mit Sitz in Dania Beach im US-Bundestaat Florida Unterstützung aus der Schweiz. Das ETH-Spin-off Dacuda hat seine 3-D-Sparte in die USA verkauft. Mitgründer Michael Born bestätigte den Deal gegenüber 20 Minuten. Magic Leap hat sowohl Technologie wie auch Mitarbeiter übernommen. Wie viele Personen künftig für die geheimnisvolle Firma arbeiten werden, will Dacuda nicht sagen. Auch zum Kaufpreis äusserte sich Born nicht.
Magic Leap in Zürich
Die verkaufte Technologie ermöglicht 3-D-Scanning. «Damit kann man mit dem Smarpthone einen Raum dreidimensional und in Echtzeit erfassen», sagt Born. Nützlich ist das beispielsweise für Cyberbrillen. Das Handy merkt sich zudem, wo es sich im Raum genau befindet. So kann man mit dem Smartphone durch die virtuelle Welt spazieren. Das macht die Technik einzigartig – im Normalfall sind VR-Erlebnisse auf dem Handy ohne zusätzliche Hilfsmittel statisch.
Mit dem Kauf von Dacudas 3-D-Sparte expandiert Magic Leap nach Europa. Der Standort Zürich wird von Dacuda-Mitgründer Alexander Ilic geleitet und ausgebaut. Dass es Dacuda gelungen ist, die 3-D-Sparte an die weltweit führende Mixed-Reality-Firma zu verkaufen, ist letztlich Ausdruck der hohen Innovationskraft des Standorts Zürich, so Born.
«Starke Zeichen»
Die Techkonzerne aus Übersee haben schon länger ein Auge auf Schweizer Firmen geworfen. Ende 2016 übernahm Facebook das Hochschulprojekt Zurich Eye. Das zehnköpfige Forscherteam soll in der Schweiz Maschinen das Sehen beibringen, seine Arbeit soll in der Oculus-VR-Brille Verwendung finden.
Die neu gegründete Firma Dreamscape Interactive mit Sitz in Genf und Los Angeles soll die Real-Virtuality-Technologie von Artanim vermarkten. Das Schweizer Start-up hat ein besonders realistisches VR-Erlebnis entwickelt. Warner Bros., 21st Century Fox und Steven Spielberg unterstützen die Firma finanziell.
Pro Helvetia unterstützt und verknüpft die Schweizer Szene mit Übersee. «Das sind ein paar sehr starke Zeichen an Schweizer Jungunternehmer», sagt Sylvain Gardel, Leiter Impulsprogramme bei Pro Helvetia. Diese Beispiele würden viele Gründer ermutigen, den ersten Schritt zu wagen.