Project AraSmartphone zum Selber- Bauen kommt im Herbst
An der Entwicklerkonferenz hat Google einen neuen Prototyp des modularen Smartphones gezeigt. Noch dieses Jahr soll das Project Ara verkauft werden.
Jedes Gerät ein Unikat: Auf der Entwicklerkonferenz von Google hat der Konzern diese Woche den aktuellen Stand von Project Ara präsentiert. Bisher gibt es das modulare Smartphone erst als Prototyp – in der Version zwei. An einem dritten Modell werde bereits gearbeitet, sagt Google.
Die Idee hinter dem Baukasten-Prinzip ist bestechend: Auf eine Basis aus Aluminium (Endoskelett) können verschiedene Module aufgesteckt oder nach Belieben ausgetauscht werden. Vom Display über den Prozessor bis hin zur Kamera. So soll man das Gerät an die eigenen Bedürfnisse anpassen können: Wer gerne Musik hört, wählt Stereo-Sound mit zwei Lautsprechern, wer lieber Bilder knipst, greift zu einer besseren Kamera. 20 bis 30 austauschbare Module sollen zum Start verfügbar sein, verspricht Google.
Ara soll sechs Jahre halten
Google verspricht sich vom Smartphone viel: Dank der Flexibilität soll das Gerät bis zu sechs Jahre halten, wie Paul Eremenko, der Chef des Projekts, an der Entwicklerkonferenz erklärt. Als Test-Markt wurde Puerto Rico ausgewählt. Dort soll das Baukasten-Handy ab der zweiten Jahreshälfte verkauft werden.
Kunden sollen über einen eigenen Marktplatz ihr Gerät zusammenstellen können. Neben der freien Wahl der Module steht es einem auch frei, sie mit eigenen Grafiken bedrucken zu lassen. Puerto Rico wurde ausgewählt, weil laut Google mehr als zwei Drittel der Internetnutzung von mobilen Geräten ausgehe.
In Puerto Rico, das zu den USA gehört, wolle Google nun erste Erfahrungen sammeln – und die Reaktion der Kunden testen. Eine zu grosse Auswahl an Modulen könne die Kunden auch überfordern. Nach dem Test-Launch will Google über eine grössere Markteinführung entscheiden.