Wi-FreeUPC Cablecom macht aus Privatmodems Hotspots
UPC Cablecom schafft in St. Gallen ein flächendeckendes WLAN-Netz. Am 30. Januar wird auf bestehenden Kundenmodems ein zweites Netz aufgeschaltet.
Ende Januar startet UPC Cablecom in St. Gallen Wi-Free. Das Pilotprojekt ermöglicht den 11'000 Internetkunden des Netzbetreibers kostenloses Surfen unterwegs. Wi-Free funktioniert über sogenannte Homespots. Das heisst, die Modems der Kunden werden zu Hotspots und bauen ein zweites Netz auf, das Passanten mit einem Internetabo von UPC Cablecom nutzen können. Das zweite Netz erhält eine eigene Bandbreite, wodurch die Geschwindigkeiten für das private WLAN nicht beeinträchtigt werden. Wi-Free-tauglich sind alle Modems, die der Anbieter seit dem Namenswechsel auf UPC Cablecom ausgeliefert hat.
Mehr Kunden, mehr Homespots
In der Pilotphase können den Dienst alle 11'000 Kunden in der Stadt St. Gallen nutzen, die ein Kombiangebot oder ein Internetabo von UPC Cablecom nutzen. Kunden, die nur über einen Grundanschluss verfügen, werden nicht von Wi-Free profitieren können.
Um den Service zu nutzen, muss man sich einmalig von einem beliebigen Wi-Free-Standort aus im Kundenportal My UPC online anmelden. Ist man eingeloggt, steht die Verbindung permanent und man kann von jedem gewünschten Gerät darauf zugreifen. Nähert man sich nun einem beliebigen Wi-Free-Standort, wird man automatisch mit dem Gratis-Netzwerk verbunden. Hält man sich zuhause auf, verbindet sich das Gerät selbstständig mit dem eigenen, schnelleren WLAN.
Das Wi-Free-Netz wächst mit der Anzahl der Teilnehmer: Je mehr Kunden bei dem Projekt mitmachen, desto mehr Homespots stehen zur Verfügung. Einen «Homespot-Finder» gibt es während der Pilotphase noch nicht. Gemäss Benny Salaets, Director Content & Product Management bei UPC, befindet er sich momentan aber im Aufbau.
Unlimitiertes Gratis-Surfen auch im Ausland
Bei den UPC-Schwestergesellschaften in den Niederlanden (UPC NL) und Belgien (Telenet) ist Wi-Free bereits lanciert worden. 2011 verfügte das Netz in Belgien schon über mehr als eine Million Homespots. In den Niederlanden wurde Wi-Free letztes Jahr lanciert, die landesweite Aufschaltung ist momentan im Gange. Die Login-Daten der Nutzer funktionieren auch im Ausland, sofern dort ein Wi-Free-Netz vorhanden ist. Bereits zu Beginn des Pilotprojekts haben die St. Galler UPC-User die Möglichkeit, Wi-Free gratis in den Niederlanden zu nutzen.
Zeitplan für weitere Städte offen
Wi-Free erlaubt einen Download von 5 Mbit/s und einen Upload von 500 Kbit/s. Die Geschwindigkeit variiert je nach der Anzahl User, die gleichzeitig über einen Homespot eingeloggt sind. Maximal können sich fünf Nutzer gleichzeitig über einen Spot einwählen. Das Pilotprojekt in St. Gallen soll dazu dienen, die Abdeckung zu testen sowie Informationen zur Performance des Netzes zu erhalten. Wie stark Wi-Free beispielsweise das eigene Heimnetz tatsächlich beeinträchtigt, ist noch unklar. Firmeninterne Tests hätten bisher keine Beeinträchtigung gezeigt.
Wie lange die Pilotphase dauern wird, lässt UPC Cablecom offen. Allerdings will man die Feedbacks aus St. Gallen schnellstmöglich auswerten, um Wi-Free schweizweit einzuführen. Wann das Netz auch auf andere Schweizer Städte ausgeweitet wird, hängt von der Dauer der Pilotphase ab. Salaets geht aber davon aus, dass es «eher Monate als Jahre» dauern wird, bis die 647'400 potenziellen Schweizer Wi-Free-Benutzer Zugriff auf den Service haben werden.