Abzocke mit der Angst vor Viren und Trojanern

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ScarewareAbzocke mit der Angst vor Viren und Trojanern

Mit fiesen Tricks werden PC-Nutzer verführt, vermeintliche Sicherheits-Programme zu kaufen. Die betrügerische «Security-Software» täuscht fiktive Computerprobleme vor.

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Mit fiktiven Virenmeldungen werden ahnungslose PC-User zum Kauf teurer Sicherheits-Programme verführt.

Am 29. März schlug die Sicherheitsfirma Websense Alarm. Auf rund 28 000 Webseiten wurde Schadcode gefunden. Die infizierten Seiten leiten die Surfer auf Scareware-Seiten weiter. Bei Scareware handelt es sich um Software, die darauf ausgelegt ist, Computerbenutzer zu verunsichern oder zu verängstigen, damit sie Sicherheits-Programme erwerben. Wenig später, am 3. April, waren bereits Hunderttausende Webseiten betroffen, wie die britische BBC berichtete. Die jüngste Cyber-Attacke wird Lizamoon genannt, da sie ihren Ursprung auf der Seite Lizamoon.com hat.

Besucht man als unbescholtener Bürger eine infizierte Webseite, wird man auf eine betrügerische Seite umgeleitet. Es erscheint ein gewohntes Windows-Fenster, das vor Schadsoftware – sogenannter Malware – auf dem eigenen Computer warnt. Klickt der User auf den «OK»-Button, startet im Explorer ein täuschend echtes Fake-Scanning-Programm, das vorgibt, die Festplatte nach Malware zu durchstöbern. Die durchtriebenen Programmierer erschufen mit ein paar Bildern und etwas Javascript-Code eine fast perfekte Illusion eines «Scan»-Programms (siehe Video). Ist der Suchvorgang abgeschlossen, listet ein neues Fenster die vermeintlich gefundene Malware auf.

Furcht vor Viren wird ausgenutzt

Mit dem Täuschungsmanöver soll dem User die Angst vor Viren und Trojanern eingeimpft werden. Klickt er nun auf «Entfernen» der Malware, wird das Programm «FreeSystemScan» heruntergeladen, das die angeblich bösartigen Programme auf dem Rechner entfernen soll. Startet der User das Programm, wird ihm eine vorgetäuschte Sicherheits-Warnung angezeigt. Ein weiterer Klick installiert ein sogenanntes «Windows Stability Center», das allerhand vermeintliche Sicherheitsprobleme auf dem PC feststellt. Um den Computer bestmöglich zu schützen, soll man nun die Vollversion des «Security-Tools» herunterladen, für die der brave Bürger allerdings zuerst die Kreditkarte zücken muss. Wie bei solchen Tools üblich steckt dahinter keine seriöse Dienstleistung, sondern pure Epressung, warnt das Computermagazin Chip. Wer auf die Masche hereinfällt und bezahlt, ist 80 Dollar los.

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