Friedhof der Wikipedia-Artikel

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DeletionpediaFriedhof der Wikipedia-Artikel

Die freie Online-Enzyklopädie enthält Millionen Beiträge. Aber was passiert mit jenen, die nicht erwünscht sind?

Henning Steier
von
Henning Steier

Die Macher der Seite Deletionpedia haben bereits rund 64 000 Beiträge gesammelt, für die bei Wikipedia kein Platz ist.

So wurde eine Liste mit Filmen, in denen Affen mitspielen, am 7. Juni 2008 entfernt - Begründung: kein wertvoller Inhalt. Ebenfalls keine Chance hatte ein Artikel zu einem Hardrock-Album namens «Black Rain»: Er wurde am 12. August gelöscht.

Manipulationen

Ausser mit uninteressanten macht Wikipedia aber auch immer wieder mit manipulierten Artikeln Schlagzeilen. Das FBI löschte Fotos vom Gefangenenlager Guantánamo. Ein Pepsi-Mitarbeiter entfernte Passagen, die von den gesundheitlichen Folgen der Limonade handelten.

Kürzlich mussten die Administratoren den Eintrag über Sarah Palin sperren. Ein User namens Young Trigg hatte rund 30 Änderungen eingefügt, um die Kandidatin für das Amt der US-Vizepräsidentin in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Dass Marcel Ospel, UBS-VR-Präsident, durch seinen Umzug in den Kanton Schwyz 3,5 Millionen Franken sparte, wurde von einem Rechner der Bank aus gelöscht.

Anpassung im Unternehmenssinn

Die Coop-Pressestelle verschweigt nicht, dass es zu ihren Aufgaben gehört, den Wikipedia-Eintrag zum Unternehmen zu kontrollieren und gegebenfalls anzupassen. So wurde ein Beitrag, der die Billiglinie «Prix Garantie» gegenüber der Migros-Konkurrenz «M-Budget» als bei der Bevölkerung weniger akzeptiert darstellte, gestrichen.

Verfälschungen wie diese lassen sich mit dem auf wikiscanner.virgil.gr frei verfügbaren Wikiscanner des amerikanischen Studenten Virgil Griffith leicht ermitteln: Das Tool stellt fest, welche Einträge von einer bestimmten IP-Adresse geändert wurden.

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