GM-KonkursRettung für Saab aus Schweden?
Hummer wird chinesisch, Opel geht an Magna, und für die schwedische GM-Tochter Saab zeichnet sich eine «nationale» Lösung ab. Koenigsegg, ein Hersteller von Supersportwagen, ist angeblich am Kauf interessiert.
Die Abwicklung des insolventen Autogiganten General Motors macht Fortschritte. Auch für den seit Februar unter Gläubigerschutz stehenden Hersteller Saab gibt es gemäss Medienberichten einige Kaufinteressenten. Als Frontrunner gelten der US-Finanzinvestor Ira Rennert und seine Renco Group sowie der schwedische Sportwagenbauer Koenigsegg, während Fiat nach dem Opel-Entscheid für Magna angeblich nicht mehr interessiert ist.
In Schweden wie auch unter der kleinen, aber treuen Saab-Fangemeinde ist die Präferenz klar: Eine «nationale» Lösung mit Koenigsegg wird bevorzugt. Dies zeigt auch eine Umfrage auf der Website rescue-saab.com. Koenigsegg ist ein Hersteller von hochexklusiven Sportwagen mit Sitz in Angelholm. 2005 stellte das Modell CC8S mit 390 km/h einen neuen Geschwindigkeitsrekord für strassenzugelassene Serienfahrzeuge auf.
Firmengründer Christian von Koenigsegg gilt gemäss «Autobild» als «cleverer Stratege», dem es immer wieder gelungen sei, Financiers aufzutreiben. Trotz Krise habe er es geschafft, den Absatz zu steigern und weiter Gewinn zu machen. Gemäss der Zeitung «Dagens Industri» soll Koenigsegg eine Gruppe von «sehr wohlhabenden Leuten» für die Finanzierung der Übernahme bilden. Zu diesen dürfte der norwegische Industriedesigner Bård Eker gehören. Er besitzt 49 Prozent von Koenigsegg und hat laut norwegischen Medien einen Kauf von Saab als «Traum» bezeichnet.
Regierung ist skeptisch
Weder Saab noch Koenigsegg wollten zu den Berichten Stellung nehmen. Gerettet ist Saab ohnehin noch nicht. So gibt es knifflige Probleme zu lösen, etwa betreffend die technischen und strukturellen Verbandlungen mit GM und speziell mit Opel. Die schwedische Regierung hat sich zudem bislang sehr skeptisch zu einer Rettung von Saab geäussert und sich geweigert, Geld dafür einzuschiessen.
Industrieministerin Maud Olofsson zeigte sich am Dienstag laut «Süddeutsche Zeitung» immerhin froh darüber, dass Saab nicht zusammen mit Opel an Magna verkauft wurde, da die Firma bei dieser Lösung wohl an den Rand gedrängt worden wäre. Ein Entscheid zur Saab-Übernahme soll bis Ende Juni fallen. Beim Hersteller in Trollhättan gibt man sich gemäss «Autobild» bereits wieder optimistisch. Nach den Sommerferien wolle man die Produktion auf 200 Autos pro Tag verdoppeln und neue Mitarbeiter einstellen.
(pbl)