«Die Ungleichheit von Arm und Reich ist dramatisch»

Aktualisiert

Einkommenskluft«Die Ungleichheit von Arm und Reich ist dramatisch»

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat einen Abstieg der amerikanischen Mittelschicht in die Armut beklagt. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe immer mehr auseinander.

Mit Ausnahme eines kleinen Bruchteils der Amerikaner  habe sich die Lebensqualität für alle vermindert, sagt der frühere US-Präsident Jimmy Carter.

Mit Ausnahme eines kleinen Bruchteils der Amerikaner habe sich die Lebensqualität für alle vermindert, sagt der frühere US-Präsident Jimmy Carter.

Der frühere US-Präsident Jimmy Carter hat einen Abstieg der amerikanischen Mittelschicht in die Armut beklagt. Die Einkommenskluft zwischen Arm und Reich sei inzwischen so gross geworden, dass Menschen mit eigentlich mittlerem Einkommen nicht mehr hätten als die armen Menschen zu seiner Zeit im Weissen Haus vor mehr als 30 Jahren.

«Selbst in einem der wohlhabendsten Teil der Welt gibt es viele Zwangsversteigerungern und viele Leute, die glücklich waren, ihr eigenes Haus zu besitzen, haben heute mehr Schulden darauf als diese auf dem gegenwärtigen Markt wert sind», sagte Carter am Montag der Nachrichtenagentur AP in Oakland. «Das hat sich alles in den vergangenen acht Jahren verändert.»

Ungleichheit dramatisch erhöht

Carter besuchte mit seiner Frau Rosalynn eine Baustelle der von dem Paar seit 30 Jahren unterstützten internationalen Organisation Habitat for Humanity, die sich für bezahlbaren Wohnraum einsetzt. «Die Ungleichheit zwischen armen und reichen Leuten hat sich dramatisch erhöht, seit wir angefangen haben», sagte der 89-Jährige, der von 1977 bis 1981 Präsident war.

Jahrelang habe es Steuererleichterungen für die Wohlhabenden gegeben, während der Mindestlohn von der Inflationsrate abgekoppelt gewesen sei und Wahlbezirke so gezogen worden seien, dass die politische Polarisierung maximiert worden sei, sagte Carter. Das habe mit Ausnahme eines kleinen Bruchteils der Amerikaner die Lebensqualität für alle vermindert. «Den reichsten Leuten in Amerika ginge es besser, wenn alle eine ordentlichen Wohnung hätten und eine Chance, sie zu bezahlen - und wenn alle genug Einkommen hätten», sagte Carter.

(sda)

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