Liebe Autofans, bitte schauen Sie weg!

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Da blutet das Honda-HerzLiebe Autofans, bitte schauen Sie weg!

Blitzblank poliert warteten 1055 Autos in Thailand auf einen Käufer – doch dann kam die Flut. Verdreckt, nass und voller Schlamm will sie niemand mehr. Ausser der Schredder.

Ralf Meile
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Ralf Meile

353 City-Modelle, 217 Brios, 213 Jazz, 150 Civics, 91 Accords, 30 CR-V und ein Freed. Sie alle freuten sich auf neue Besitzer. Auf Hausfrauen, die mit ihnen gemütlich ins Einkaufszentrum fahren und dann und wann zur Maniküre. Sie freuten sich auf junge Männer, die sie auf einsamen Landstrassen mal so richtig austoben liessen. Ja, die Autos freuten sich sogar auf kleine Kinder, die mit Schoggihänden Scheiben und Polster verzieren und den Dreck von Fussballschuhen mitbringen.

Doch die 1055 Autos hatten die Rechnung ohne den Monsun gemacht. Die Regenzeit war in diesem Sommer in Thailand aussergewöhnlich lang und heftig. Sie liess Flüsse über das Ufer treten und setzte viele Landstriche unter Wasser. Auch jenen in Rojana, wo ein Honda-Werk steht.

22 Millionen auf dem Schrottplatz

«Wir haben alles menschenmögliche unternommen, um die Fabrik zu schützen», bekräftigte der Vizepräsident von Honda Thailand, Pitak Pruittisarikorn, vor den Medien. «Aber 1055 Autos konnten wir nicht rechtzeitig retten. Die Flut hat sie zerstört.» Gemäss der «Bangkok Post» haben die Fahrzeuge einen Wert von rund 22 Millionen Franken.

Nun werden die 353 Citys, 217 Brios, 213 Jazz, 150 Civics, 91 Accords, 30 CR-V und der Freed verschrottet. Doch sie dürfen sich weiterhin auf neue Besitzer freuen. Denn nach ihrem Tod durch den Schredder werden Materialien wie Stahl, Aluminum oder Kupfer für den Bau von neuen Autos wiederverwendet.

Die Verschrottung der Autos soll im Februar abgeschlossen sein. Wohl eher erst im April soll die Produktion im Honda-Werk Rojana wieder aufgenommen werden. Die Fabrik war im Oktober überschwemmt worden und stand fast zwei Monate lang unter Wasser.

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