Ikea macht Fleischbällchen vegan

Aktualisiert

Auch in der SchweizIkea macht Fleischbällchen vegan

Die Fleischbällchen sind der Klassiker unter den Ikea-Snacks. Zur Freude vieler Vegetarier gibts ab April auch fleischlose «Vegiballs».

C. Landolt
von
C. Landolt
Kötbullars sind einer der vielen Bestseller bei Ikea. Von den Fleischbällchen werden jährlich rund 18 Millionen Stück in der Schweiz verkauft.
Kallax hiess früher Expedit und belegte jahrelang Platz zwei auf der Bestenliste von Ikea. Als Anfang 2014 Expedit durch Kallax ersetzt wurde, ging ein Schrei durch das Netz.
Die neue Version von Expedit sei «besser und moderner». Die Innenmasse seien bei Kallax genauso wie bei Expedit, heisst es bei Ikea. Neu sei, dass die Kanten abgerundet und die Aussenwände dünner seien. Auch neue Farben gibt es, wie ein helleres weiss und grün.
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Kötbullars sind einer der vielen Bestseller bei Ikea. Von den Fleischbällchen werden jährlich rund 18 Millionen Stück in der Schweiz verkauft.

«Köttbullar» sind ein Verkaufsschlager bei Ikea. Jedes Jahr verkauft der schwedische Konzern 150 Millionen Stück ihrer Fleischbällchen. Auch in der Schweiz sind sie sehr beliebt: Laut Pressesprecher David Affentranger verkauft Ikea Schweiz jährlich 18 Millionen Stück – das sind 6500 Stück pro Tag in allen neun Ikea-Einrichtungshäusern der Schweiz.

Eine beeindruckende Zahl. Die Bällchen bestehen aber aus Fleisch vom Schwein und Rind – die wiederum grosse Energiefresser mit hohen Emissionen an Treibhausgasen sind. Fleischlose Bällchen sollen es nun richten: Deshalb entwickelt Ikea derzeit vegane Bullar. Diese sollen die Energiebilanz des Unternehmens verbessern und so ihren Beitrag an die Nachhaltigkeitssziele von Ikea leisten, wie Affentranger auf Anfrage bestätigt. Die nachhaltigen Bällchen werden «Vegiballs» heissen. Ab kommendem April sind sie in allen Ikea-Filialen in der Schweiz erhältlich.

Bessere Energiebilanz ohne Fleisch

Dass Ikea Wert auf bessere Energieziele legt, ist bekannt. Aus dem internen Nachhaltigkeitsbericht «People and Planet positive» geht hervor, dass 2013 die Kohlendioxid-Emission im Zusammenhang mit der Lebensmittelproduktion 600'000 Tonnen betrug. Das entspricht einer jährlichen Treibhausgasemission von insgesamt 126'300 Autos, so die Zeitschrift «Time». Diese Zahlen sollen gedrosselt werden – auch mittels bewussterer und gesünderer Ernährung. Denn Lebensstil und Freizeit (33 Prozent) und Ernährung (31 Prozent) sind gemäss WWF die Hauptfaktoren für die Grösse unseres ökologischen Fussabdrucks.

Die veganen Bällchen verbessern aber nicht nur die Energiebilanz des Unternehmens, wie die «Time» schreibt, sondern sind auch noch eine gesunde Alternative zu Rind und Schwein. Im Nachhaltigkeitsbericht schreibt Ikea, bis August 2015 solle man eine gesunde Ernährung, basierend auf vegetarischem Essen und frischem Fisch, anstreben. Der tägliche Fleischkonsum solle eingeschränkt werden und «an besonderen Gelegenheiten ein besonderer Genuss sein», heisst es.

Wie die Rezeptur der «Vegiballs»aussieht und wie viel diese kosten werden, ist vorerst noch nicht bekannt. Aber Fans der traditionellen Fleischbällchen müssen sich trotzdem keine Sorgen machen – diese wird es auch weiterhin geben.

Der ökologische Fussabdruck

Der ökologische Fussabdruck ist eine wissenschaftliche Methode, die erfasst, in welchen Bereichen, wie stark und wo der Mensch die Umwelt belastet. Die Methode rechnet das Ausmass der Nutzungen und Belastungen der Natur wie etwa Ackerbau, Energie- oder Holzverbrauch in Flächen um, die notwendig wären, um diese Ressourcen auf erneuerbare Weise bereitzustellen. Das Resultat wird in einem Flächenmass ausgedrückt, der sogenannten «globalen Hektare». Je grösser der Abdruck, desto stärker ist die Umwelt belastet. Andererseits berechnet die Methode auch die «Biokapazität», also die Fähigkeit der Natur, Rohstoffe zu erzeugen und Schadstoffe abzubauen. Der ökologische Fussabdruck in der Schweiz misst derzeit 5,6 globale Hektaren pro Person. Die Biokapazität beträgt indes bloss 1,3 globale Hektaren pro Kopf. Somit ist der Fussabdruck in der Schweiz fast dreimal so gross wie die Biokapazität. Die Ernährung spielt eine grosse Rolle bei der Messung des Fussabdrucks. Rund die Hälfte des Fussabdrucks ist auf den Konsum tierischer Produkte(Fleisch, Eier, Milchprodukte) zurückzuführen. Umweltorganisationen wie der WWF beispielsweise raten daher, den Verbrauch tierischer Ressourcen einzuschränken und beispielsweise nur noch dreimal die Woche Fleisch zu essen, saisonales Gemüse und Früchte zu bevorzugen und lokal hergestellte Produkte zu kaufen.(cls)

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