Warum McDonald's in Bolivien Bankrott ging

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Keine KundschaftWarum McDonald's in Bolivien Bankrott ging

Das Rezept von McDonald's funktioniert fast überall auf der Welt - doch in Bolivien scheiterte es. Grund dafür war laut einem neuen Dokumentarfilm das Misstrauen der indigenen Bevölkerung in die «billig hergestellten» Produkte.

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Die Fastfood-Kette McDonald's hatte in Bolivien keinen Erfolg.

Die Fastfood-Kette McDonald's hatte in Bolivien keinen Erfolg.

Im August 2012 hiess es Schluss bei McDonald's in Bolivien: Die acht Filialen des Fastfood-Konzerns mussten ihre Pforten schliessen. Seit das Unternehmen vor 14 Jahren Niederlassungen in den wichtigsten Städten des südamerikanischen Landes - unter anderem La Paz, Cochabamba oder Santa Cruz de la Sierra - eröffnet hatte, hatte es keine einzige positive Geschäftsbilanz präsentieren können. Jahrelang unterstützte das US-Mutterhaus die bolivianischen Franchisen finanziell, doch dann zog es Konsequenzen.

Das Gesundheitsportal «NaturalNews.com» analysierte die Gründe des kommerziellen Fiaskos. Das meist indigene Volk (etwa 60 Prozent der gesamten Bevölkerung) traute dem Fastfood nicht. Die Bolivianer hatten kein Vertrauen in Nahrungsmittel, «die so rasch, leicht und in grossen Mengen hergestellt werden», heisst es im Artikel. Trotz den günstigen Angeboten hätten «die Einheimischen nicht ihre Gesundheit riskieren» wollen.

McRibs werden zu Rippchen geformt

Das Unternehmen habe auch nie grosses Interesse daran gezeigt, freundlich auf das indigene Volk zu wirken. «Als ich an einem Regentag vor einer McDonald's-Filiale Unterschlupf suchte, wurde ich von einem Mitarbeiter gebeten, weiter zu gehen, ich würde ihnen den Eingang verschmutzen. Als das Unternehmen entschied, das Land zu verlassen, hat mich das wenig gekümmert», sagt die Eingeborene Esther Choque.

Im neuen Dokumentarfilm «Warum McDonalds's in Bolivien versagte», debattieren Köche, Ernährungsberater und Historiker über die Entwicklung der Fastfood-Kette. Dabei kommen sie zum Schluss, dass die Bolivianer im allgemeinen «grossen Respekt vor ihrem Körpern zeigen und sehr vorsichtig sind, welche Art von Nahrung sie konsumieren».

Unter anderem weigern sich die Südamerikaner, «durch Technologie veränderte Nahrungsmittel» zu sich zu nehmen, kommen die Experten zum Schluss. Als Beispiel bringen sie die Herstellungsmethode der McRibs: Die «Rippchen» bestehen aus 70 verschiedenen Zutaten, darunter Azodicarboxamid, ein Treibmittel, das dem Mehl als Teigverbesserer zugesetzt wird und in der EU nicht erlaubt ist. Das «Fleisch» besteht aus einer Mischung aus Kutteln, Herz und gekochtem Magen, das danach zu einer Rippe geformt wird. McDonald's stelle die McRibs als «echte Schweinerippchen» dar, doch am Produkt sei nichts echt, behauptet der Autor auf «NatureNews.com».

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