Betrug mit Schweizer Telefon-Nummern

Aktualisiert

Miese MascheBetrug mit Schweizer Telefon-Nummern

Um an Kunden zu kommen, gaukeln ausländische Betrüger ihren Opfern vor, mit einer Schweizer Telefonnummer anzurufen. Die Stiftung für Konsumentenschutz fordert die Behörden zum Handeln auf.

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Konsumenten erhalten Anrufe aus dem Ausland – die Telefonnummer stammt aber aus der Schweiz und ist geklaut.

Konsumenten erhalten Anrufe aus dem Ausland – die Telefonnummer stammt aber aus der Schweiz und ist geklaut.

Ausländische Telefonverkaufsfirmen klauen Schweizer Telefonnummern - damit wollen sie das Vertrauen von Konsumenten erschleichen und neue Kunden gewinnen. Das Ganze nennt sich «Call ID Spoofing»: Dabei sendet der Anrufer meist über Internettelefonie eine falsche Telefonnummer mit. Die Person am anderen Ende der Leitung glaubt dann an einen Anruf aus der Region.

Die meisten Anrufe mit geklauter Nummer kommen aus dem Ausland. Wie bei einem Hackerangriff werden die Telefonate über unterschiedliche Systeme geleitet, nicht selten sogar über die Telefongeräte ahnungsloser Privat- oder Geschäftskunden. Bei der Kabelnetzanbieterin UPC Cablecom stellt man eine Zunahme solcher Fälle fest.

Betroffene werden allein gelassen

Zu den Opfern gehört etwa die Schweizerische Energiestiftung, die seit Neujahr mit Anrufen verärgerter Menschen regelrecht bombardiert wird, wie das Konsumentenmagazin «Espresso» von SRF1 berichtet. Sie alle meinen, die Firma habe sie telefonisch kontaktiert, was natürlich nicht stimmt. Im Fall, in dem die Nummer der Energiestiftung missbraucht wurde, ruft ein Unternehmen mit dem Namen Gesundheitscenter an und will irgendwelche Pillen verkaufen.

Die betroffene Firma hat sich an die Swisscom gewandt, leider ohne Erfolg. «Wenn ein solcher Anruf aus der Schweiz käme, hätten wir eine Handhabe. Da würden wir den Anrufer sofort sperren», sagte Olaf Schulze von der Swisscom gegenüber SRF. Es fehle an Möglichkeiten, die Anrufe aus dem Ausland zurückzuverfolgen.

Stiftung für Konsumentenschutz ist verärgert

Auch das Bundesamt für Kommunikation und das Staatssekretariat für Wirtschaft konnten nicht weiterhelfen. Das Bakom verweist auf das Problem des Datenschutzes.

Die Stiftung für Konsumentenschutz zeigt sich über die fehlende Hilfe verärgert. Die Präsidentin der Stiftung, SP-Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo, fordert von den Telekommunikationsanbieterinnen und den Behörden «mehr Biss».

Der Konsument habe keine Möglichkeiten, sich gegen die Betrüger zu wehren, diese Ämter aber schon. Es müsse vermehrt mit den europäischen Kollegen zusammengearbeitet werden. «Dafür müssen die Behörden zwingend mehr Energie, Zeit und Geld investieren, um Schwierigkeiten der internationalen Herausforderungen, speziell des Datenschutzes zu überwinden», so Birrer-Heimo. Sie wird in der Frühlingssession einen Vorstoss einreichen.

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