Deutsche Bahn schlampte bei NEAT-Zubringer

Aktualisiert

RückschlagDeutsche Bahn schlampte bei NEAT-Zubringer

Weil Ausbau-Pläne der deutschen Bahn für die Rheintalbahn zwischen Karlsruhe und Basel fehlerhaft sind, zieht sich das Projekt in die Länge. Schlecht für die NEAT.

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Noch vor einer Woche weilte der Chef der deutschen Bahn, Rüdiger Grube, in Bern um mit seinem Schweizer Amtskollegen Andreas Meyer das Thema Rheintalbahn zu diskutieren. Grube gab sich zuversichtlich: «Ich war selbst schon vor Ort und habe mit den Bürgern gesprochen. Ich bin überzeugt, dass wir da zu einer Einigung kommen werden.» Er hat sich getäuscht.

Das Teilprojekt zum Ausbau der Rheintalbahn auf vier Spuren zwischen Karlsruhe und Basel wurde gestoppt. Die lokalen Behörden verlangen von der Deutschen Bahn AG Nachbesserungen.

Die vor knapp vier Jahren eingereichten Pläne des Unternehmens für die Strecke im badischen Offenburg seien nicht genehmigungsfähig, sagte Südbadens Regierungspräsident Julian Würtenberger am Dienstag in Freiburg. Beim Nordzubringer zur NEAT dürfte es darum zu weiteren Verzögerungen kommen.

Ein Tunnel wird wahrscheinlich

Die Pläne seien unvollständig und wiesen zahlreiche inhaltliche Fehler auf. Zudem würden die Interessen der Anwohner zu wenig berücksichtigt. Das Planverfahren werde daher gestoppt.

Der Ausbau der Rheintalbahn ist neben Stuttgart 21 das grösste Bahnprojekt im deutschen Bundesland Baden-Württemberg. Die Bahn möchte zwei zusätzlich geplante Gleise durch Offenburg führen. Politik und Bürger fordern einen Tunnel. Dieser werde nun wahrscheinlich, sagte Würtenberger.

Per Staatsvertrag vereinbart

Die Strecke Basel-Karlsruhe ist der wichtigste Zubringer aus dem Norden für die NEAT und insbesondere für den neuen Gotthard-Tunnel, der voraussichtlich 2016 - ein Jahr früher als geplant - in Betrieb gehen soll.

Der Ausbau der Rheintalbahn war 1996 mit Deutschland per Staatsvertrag vereinbart worden. Mit der Niederlage der Deutschen Bahn könnte es beim Nordzubringer zur NEAT zu Verspätungen kommen. Dies dürfte die angestrebte Verlagerung des Güterverkehrs von der Schiene auf die Strasse behindern. (aeg/sda)

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