Die Post trennt sich definitiv von Kiosk-Artikeln

Aktualisiert

BereinigungDie Post trennt sich definitiv von Kiosk-Artikeln

Die als Gemischtwarenladen kritisierte Post bereinigt ihr Sortiment. Sie wirft unter anderem Snacks und Süssigkeiten aus den Poststellen.

lin/sas
von
lin/sas

Die Post mistet ihr Angebot in den Poststellen aus. Künftig will sie keine Produkte mehr verkaufen, die nur eine «geringe Affinität zur Post» haben. Das bedeutet, dass der Minikiosk mit Süssigkeiten und Snacks verschwindet. Auch Produkte aus den Bereichen Heimelektronik, Spielwaren sowie Auto- und Haushaltsartikel gibt es künftig nicht mehr zu kaufen. Die Post beginnt im ersten Quartal 2016 mit der gestaffelten Umsetzung der Neuausrichtung.

Der Staatsbetrieb war in der Vergangenheit immer wieder aufgrund seines Sortiments in den Poststellen kritisiert worden. Auch gab es verschiedene politische Vorstösse, die sich dieses Themas annahmen. Wohl auch unter diesem Gesichtspunkt lancierte die Post im Frühjahr einen Pilotversuch, bei dem in 20 Poststellen das Sortiment um ein Fünftel reduziert wurde. Nach Ablauf der Pilotphase entschied die Post nun, künftig in allen Poststellen auf ein reduziertes Angebot zu setzen.

500 Millionen Umsatz mit Drittprodukten

Jährlich erwirtschaftet die Post aus Verkäufen von Drittprodukten einen Umsatz von rund 500 Millionen Franken. Durch die Neuausrichtung des Sortiments wird die Post künftig auf einen Teil dieser Einnahmen verzichten müssen.

Drittprodukte hat die Post bereits seit dem Jahr 2000 im Sortiment. «Es geht darum, unsere Flächen sinnvoll zu nutzen», sagte Post-Sprecher Oliver Flüeler zu Beginn der Testphase zu 20 Minuten. Das Poststellennetz ist defizitär. Im letzten Jahr resultierte laut Flüeler ein Verlust von 100 Millionen Franken.

Weiterhin anbieten will die Post Behördendienstleistungen, Versicherungen oder Produkte und Dienstleistungen aus dem Telekommunikationsbereich. Ebenso bleiben Bücher, Papeterieartikel oder Geschenkkarten im Sortiment der Post.

«Eltern werden entspannter»

Bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) freut man sich über die Pläne der Post. Die Konsumentenschützer hatten die Regale mit Süssigkeiten mehrmals kritisiert. «Wir freuen uns sehr, hat die Post auf unsere Argumente gehört und entschlackt ihr Sortiment», betont SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder. Nun würden Eltern wieder etwas entspannter mit ihren Kindern in der Post warten können. Laut SKS haben Migros und Lidl mit Familienkassen und Kassen ohne Süssigkeiten gezeigt, dass es auch ohne diese «Quengelzonen» geht.

Deine Meinung zählt