So viel Abfall liegt an unseren Seeufern herum

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Swiss Litter ReportSo viel Abfall liegt an unseren Seeufern herum

Zigarettenstummel, Kaffeebecher und Pet-Flaschen: Sie gehören zu den Dingen, die an Seen und Flüssen am häufigsten in der Natur landen.

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Die Zahlen des neuesten Swiss-Litter-Reports zeigen: Die Schweiz ist längst nicht so sauber wie ihr Image. Eine Erhebung belegt, dass die Abfallmengen an Schweizer Gewässern 2018 gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat.
Auf einer durchschnittlichen Schweizer Fluss- oder Seeuferfläche von 100 Quadratmetern sind monatlich zu finden: 18 Zigarettenstummel.
15 Stück anderer Abfall wie Kaffeebecher, Petflaschen, Spraydosen und Strohhalme.
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Die Zahlen des neuesten Swiss-Litter-Reports zeigen: Die Schweiz ist längst nicht so sauber wie ihr Image. Eine Erhebung belegt, dass die Abfallmengen an Schweizer Gewässern 2018 gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat.

Stoppp

Die Zahlen des neuesten Swiss Litter Reports zeigen: Die Schweiz ist längst nicht so sauber wie ihr Image. Die Erhebung belegt, dass die Abfallmenge an Schweizer Gewässern 2018 gegenüber dem Vorjahr zugenommen hat. Besonders an Seen in urbanen Gebieten wird viel Abfall in der Natur liegen gelassen. Plastik ist mit einem Anteil von rund 65 Prozent das am meisten weggeworfene Material.

Der Verein Stoppp (Stop Plastic Pollution Switzerland) hat die Erhebung mit 150 freiwilligen Abfallsammlern an 112 Schweizer Standorten durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen zum ersten Mal im Detail, welche Gegenstände am meisten an See- und Flussufern herumliegen. Am häufigsten fanden die Sammler Zigarettenstummel, Glasscherben und Pappbecher (siehe Bildstrecke).

Zigarettenstummel, Kaffeebecher und Pet-Flaschen: Sie gehören zu den Dingen, die an Seen und Flüssen am häufigsten in der Natur landen.

Studienleiter Pascal Blarer erklärt, warum Plastik in der Schweiz so ein grosses Problem ist. (Video: SDA)

13 Tonnen Abfälle an Seen pro Monat

Die durchschnittliche Abfalldichte an den Flüssen und Seen betrug 67 Abfallgegenstände pro 100 Quadratmeter und Monat. 71 Prozent der Gegenstände stammten aus Littering vor Ort und 29 Prozent wurden aus den Gewässern ans Ufer angeschwemmt.

Hochrechnungen von Stoppp lassen vermuten, dass über drei Millionen Plastikteile entlang der grösseren Flüsse und über vier Millionen Plastikteile an den 100 grössten Seen der Schweiz liegen könnten. Das wären monatlich rund 10 Tonnen Abfälle an Flüssen und 13 Tonnen an Seen.

Putzequipen nehmen nicht alles mit

Alarmierend ist laut einer Mitteilung des Vereins nicht nur die Anzahl der weggeworfenen Gegenstände, sondern auch die Tatsache, dass der Abfallberg wächst. Es fanden sich trotz kompletter Reinigung der Erhebungsstandorte durch die Freiwilligen und Gemeinden jeden Monat immer wieder neue Abfälle. «Vielen Leuten ist anscheinend nicht bewusst, dass die Putzequipen der Gemeinden nicht den ganzen Abfall wegräumen. Gerade kleine Teile wie giftige Zigarettenstummel und Plastikteile bleiben einfach liegen, und Fische und Vögel fressen sie», sagt Stoppp-Sprecherin Gabriele Kull.

Diese Bedenken belegt auch eine Studie des Bundesamts für Umwelt und der Hochschule EPFL von 2015 bei der die Mageninhalte von Schweizer Fischen und Vögeln untersucht wurden. Acht von neun der Tiere hatten Plastik gefressen. Eine weitere Gefahr geht von weggeworfenem Müll aus, weil ihn Vögel für den Nestbau verwenden können: Erst vor ein paar Tagen musste ein Storchenjunges in Basel eingeschläfert werden, weil es sich derart in Schnüren und Plastikmüll verheddert hatte, dass sein Bein abgestorben war.

Kull appelliert an die Politik: «Unser Report zeigt, dass Einwegplastik nicht nur in Entwicklungsländern ein Problem ist, sondern auch in der Schweiz. Und wir haben die Mittel, etwas dagegen zu unternehmen.» Stoppp setzt sich daher dafür ein, dass die Schweiz, wie in der EU geplant, bestimmte Artikel wie Plastik-Take-Away-Geschirr verbietet.

(Video: Murat Temel)

Wie würden Sie reagieren, wenn jemand seinen Müll vor Ihre Füsse kippen würde? (Video: 20 Minuten)

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