Frauen shoppen, Männer leiden existenziell

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KrisenzeitFrauen shoppen, Männer leiden existenziell

Frauen und Männer gehen mit der Krise unterschiedlich um. Frauen gönnen sich was, Männer sehen sich in ihrer klassischen Ernährerrolle gefährdet.

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Auf den ersten Blick mutet es seltsam an: Luxus-Hand­taschen sind in der Krise beliebt wie nie – Hermès hat beispielsweise im ersten Halbjahr 28 Prozent mehr verkauft. Die teure Uhr, das klassische Männer-Statussymbol schlechthin, verzeichnet hingegen einen Absatzeinbruch. Claude Messner, Wirtschaftspsychologe an der Uni Basel, hat dafür eine Erklärung: «Die Angst vor einem Jobverlust ist konkret geworden, das trifft die Männer hart – ihre klassische Rolle als Versorger der Familie ist akut gefährdet.» Deswegen würden sie sich mit Ausgaben zurückhalten. Zudem wandelten sich die Statussymbole während einer Krise: «Eine teure Uhr kommt heute eher schlecht an.»

Frauen hingegen reagieren laut Messner eher gemäss dem «Terror­management». Nach dieser Theorie werden in einer Krisensituation jene Sachen wichtiger, die das Selbstwertgefühl steigern. «So lassen sich die ebenfalls gestiegenen Ausgaben für Körperpflege und Schönheit, aber auch die hohen Aus­gaben für Luxus-Hand­taschen erklären», so der Psychologe. Stimmungsaufhellend wirkt auch die «sym­bolische Selbstergänzung». Messner: «Wenn ein Star so ist, wie auch ich sein will, kaufe ich seine oder ihre Tasche als Symbol und fühle mich dadurch besser.» (rmd/20 Minuten)

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