Green Bag könnte Raschelsäckli ersetzen

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DetailhandelGreen Bag könnte Raschelsäckli ersetzen

Ein Schweizer Erfinder hat eine kompostierbare Tragtasche entwickelt. Die Detailhändler sind wenig begeistert, obwohl sie einen nachhaltigen Ersatz für die Einweg-Säcke brauchen.

Dorothea Vollenweider
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Dorothea Vollenweider
Detailhändler sind am Greenbag noch nicht interessiert.

Detailhändler sind am Greenbag noch nicht interessiert.

Die Einweg-Plastiksäcke an den Kassen der Schweizer Detailhändler sind praktisch – aber nicht sehr ökologisch. Deshalb will der Bundesrat die kostenlose Abgabe der Säcke voraussichtlich ab 2015 verbieten. Nun hat ein Schweizer Erfinder eine Alternative entwickelt, die der Umwelt nicht schaden soll: Der Green Bag soll so belastbar wie übliche Kunststoff-Tragtaschen und vollständig kompostierbar sein.

Hinter der Erfindung steckt Lars Rominger, Wissenschaftler, Dozent an höheren Fachhochschulen, Fachbuchautor und Geschäftsführer von Rominger Kunststofftechnik. Der Green Bag ist nicht seine erste Erfindung: Rominger hat bereits mehrere Produkte auf dem Markt gebracht, beispielsweise ein Instrument, mit dem man Wein innert Minuten veredeln kann.

«Die Tragtasche ist absolut stabil»

Biologisch abbaubare Säcke werde heute zwar bereits für den Kompost verwendet, doch diese eignen sich nicht für einen Einkauf, da sie nicht belastbar sind. Der Green Bag dagegen soll so einiges aushalten: «Die Tragtasche ist absolut stabil», sagt Romingers Sprecher Markus Baumgartner. Zudem soll sie sich innert zwölf Wochen auflösen. Migros testet in der Waadt bereits ein ähnliches Produkt eines anderen Herstellers: Dort werden statt Plastiksäckli kostenpflichtige Säcke aus Biokunststoff der Firma Bioapply angeboten. Die Kompostierung dieser Säcke dauert ebefalls 12 Wochen.

Auch Rominger glaubt, mit dem Green Bag ein Produkt für den Schweizer Detailhandel entwickelt zu haben: «Die Green Bags wären eine gute Alternative zu den Wegwerf-Plastiksäcken», so Baumgartner. Doch Coop und Migros winken ab: «Die biologisch abbaubaren Plastiksäcke sind für uns, ob gratis oder kostenpflichtig abgegeben, zurzeit keine Alternative», sagt Coop-Sprecher Urs Meier. Grund: Man habe mit den Papiertragtaschen und den Recycling-PET-Permanenttaschen bereits ökologisch sinnvolle Alternativen im Angebot.

National kein Thema

Ähnlich tönt es bei der Migros. Obwohl die Genossenschaft Waadt biologisch abbaubare Tragtaschen eingeführt hat, sei eine solche Lösung national kein Thema, sagt Sprecherin Christine Gaillet. «Unser Konzept wird auf den mehrmaligen Gebrauch der Taschen hinzielen, da dies aus ökologischer Sicht am sinnvollsten ist», erklärt sie.

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