Ikea-Gründer bleibt Reichster in der Schweiz

Aktualisiert

«Bilanz»Ikea-Gründer bleibt Reichster in der Schweiz

Trotz der Krise: Ikea-Gründer Ingvar Kamprad bleibt mit 35 bis 36 Milliarden Franken Vermögen der Reichste in der Schweiz. Dahinter wurde die Rangliste aber kräftig durchgeschüttelt. Die Schweiz zieht auch nach wie vor viele Superreiche an.

Alle Jahre wieder publiziert das Wirtschaftsmagazins «Bilanz» seine Rangliste der reichsten Schweizer. Ingvar Kamprad bleibt auch 2009 an der Spitze. Platz zwei belegen mit 15 bis 16 Milliarden Franken die Familien Hoffmann und Oeri, Besitzerinnen des Pharmakonzerns Roche.

Gemäss der Auflistung folgen auf dem dritten Rang mit je 10 bis 11 Milliarden Franken auf der hohen Kante die Familie des Biotech-Unternehmers und Seglers Ernesto Bertarelli sowie die Familie Brenninkmeijer, welche die Kleider-Kette C&A besitzt.

Unter den Top-Ten gab es prominente Abgänge: So schafften es die mit Baumaschinen reich gewordenen Liebherrs (4 bis 5 Milliarden) oder der russischstämmige Düngemittelkönig Dmitry Rybolovlev (5 bis 6 Milliarden) nicht mehr unter die ersten Zehn. Neu dabei sind dafür mit je 6 bis 7 Mrd. Fr. der AMAG-Autoimporteur Walter Haefner und der deutsche Transportunternehmer Klaus-Michael Kühne.

3 Milliarden ans Bein gestrichen

Die Finanzkrise wirbelte die Liste der 300 Reichsten, welche die «Bilanz» jedes Jahr publiziert, durcheinander: Besonders schmerzliche Verluste im Vergleich zu 2008 verzeichnete die Reedersfamilie Latsis, sie büsste 3 Milliarden Franken ein. Auch der russische Investor Viktor Vekselberg musste sich 3 Milliarden ans Bein streichen.

Geschätzte 2 Milliarden Franken weniger Vermögen hat unter anderem auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone oder die im Baumaschinengeschäft tätige Familie Liebherr.

Am meisten ihr Vermögen steigern konnte die Familie des Swatch- Gründers Nicolas Hayek (+1,75 Milliarden Franken). Insgesamt besitzen die 300 Reichsten gemäss dem Magazin aktuell 449 Milliarden Franken Vermögen - im Schnitt 1,5 Milliarden Franken. Deutlich vermögender sind auch die Gebrüder Andy und Hans-Ueli Rihs sowie Beda Diethelm dank ihrer Beteiligung am Hörgerätehersteller Sonova (+1,25 Mrd. Franken).

Zweitreichster Norweger in Zürich

Auch dieses Jahr lockte die Schweiz viele Vermögende an: Supermarktbesitzer Stein Erik Hagen versteuert seine 3 bis 4 Mrd. Fr. nun im Kanton Zürich statt im Hochsteuerland Norwegen.

Ebenfalls neu in Zürich residiert der deutsche Jungmilliardär Albert Fürst von Thurn und Taxis (2 bis 3 Mrd. Franken). Die 1,5 bis 2 Mrd. Fr. schwere Polin Grazyna Kulczyk ist neu in St. Moritz angemeldet. (sda)

Hirschmann-Familie besitzt weiterhin eine bis 1,5 Milliarden Franken

Die Familie von Jet-Aviation-Gründer Carl W. Hirschmann ist in der «Bilanz»-Aufstellung der 300 Reichsten der Schweiz nach wie vor mit einem Vermögen von einer bis anderthalb Milliarden Franken aufgeführt. Gegenüber dem Vorjahr hat sich damit nichts verändert. Abgesehen von den Schlagzeilen des Gründerenkels und Zürcher Clubbetreibers Carl Hirschmann sei es um die Familie ruhig geworden, schreibt das Wirtschaftsmagazin in seiner jüngsten Ausgabe. Der 28-jährige Millionenerbe Carl Hirschmann wurde am Mittwoch in Basel in erster Instanz wegen einfacher Körperverletzung sowie Tätlichkeit zu einer bedingten Geldstrafe von 180 Tagessätzen zu 300 Franken sowie einer Busse von 1.000 Franken verurteilt. Er hat bereits einen Rekurs gegen das Urteil angekündigt. Vor Gericht hatte der Clubbetreiber von einem steuerbaren Einkommen von 20.000 bis 30.000 Franken pro Jahr gesprochen und laut Medienberichten erklärt, dass er von seinem Vater unterstützt werde. Gegen ihn läuft auch im Kanton Zürich ein Strafverfahren wegen Körperverletzung und sexueller Nötigung. Jet Aviation wurde 2005 von der Familie Hirschmann an die Beteiligungsgesellschaft Permira Fonds verkauft. Im vergangenen Jahr ging Jet Aviation für 2,45 Milliarden Franken an den US-Konzern General Dynamics. (ap)

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