Internet-Betrug mit Sprüngli-Kunden

Aktualisiert

«Osterüberraschung»Internet-Betrug mit Sprüngli-Kunden

Online-Kunden von Sprüngli erhielten ein gefälschtes E-Mail. Bei der Zürcher Confiserie gingen über 200 Reaktionen ein.

Roman Hodel
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Roman Hodel

«Unser nachträgliches Ostergeschenk an Sie und ein Dankeschön!», hiess es letzte Woche in einem vermeintlichen ­E-Mail der Confiserie Sprüngli an viele ihrer Online-Kunden.

Alles was man tun müsse: 9.90 Franken einzuzahlen. Ein Link führte auf eine «Sprüngli-Payment-Seite». Das Logo und sogar der Absender stimmten, Sprache und Gestaltung hingegen waren stümperhaft. Am Schluss stand geschrieben: «Lassen Sie sich überraschen, was Sie bekommen!»

Nun, beschenkt worden wäre man garantiert nicht, sondern bloss um 9.90 Franken ärmer gewesen. Denn beim Mail handelte sich um einen Betrugsversuch. Dies bestätigt Sprüngli-CEO Tomas Prenosil auf Anfrage: «Die betrügerische Website wurde auf einem gehackten Server in Deutschland platziert, von wo aus auch die E-Mails versendet wurden.» Man habe über 200 Kundenreaktionen registriert. «Viele wunderten sich, das sei doch nicht Sprüngli-like», sagt Prenosil. «Der Vorfall ist ärgerlich – wir sind seit 14 Jahren im Internet präsent, doch so etwas ist uns noch nie passiert.» Warum es gerade Zürichs renommierteste Confiserie getroffen hat, darüber kann er nur mutmassen: «Unser Unternehmen geniesst eben eine hohe Glaubwürdigkeit.» Sprüngli wird laut Prenosil Strafanzeige gegen unbekannt einreichen.

E-Mails: Das gilt es zu beachten

Im Umgang mit E-Mails rät André Bähler, Leiter Politik und Wirtschaft bei der Stiftung für Konsumentenschutz, zu einem «gesundes Misstrauen».

Wer einem per E-Mail zugesandten Link folgt, sollte dort nie vertrauliche Daten wie Passwörter oder Kreditkarteninformationen angeben.

Schlechtes Deutsch oder unprofessionelle Grafik können ein Hinweis auf eine gefälschte Website sein.

Den angeblichen Absender der E-Mail unbedingt informieren.

Virenscanner und Firewall ­aktuell halten.

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