EurokriseIst das Ende des Euro nah?
Der Luzerner Privatbankier Karl Reichmuth erwartet ein Auseinanderbrechen der Europäischen Währungsunion in den nächsten zwei bis drei Jahren.
Der Rettungsschirm für den Euro sei ein Aufschub, aber keine Lösung für das Problem. «Es bringt nichts, gegen Naturgewalten anzutreten», sagte der Verwaltungsratspräsident und unbeschränkt haftende Gesellschafter der Privatbank Reichmuth & Co in einem Interview mit der «Handelszeitung».
In zwei oder drei Jahren werde die Wahrheit sowieso ans Licht kommen und die Währungsunion auseinanderbrechen. Er sei sehr skeptisch gegenüber Währungsunionen, wenn keine einheitliche Fiskalpolitik und Wirtschaftspolitik verfolgt würden, sagte Reichmuth und erinnerte an die Lateinische Münzunion.
Kluft zwischen Norden und Süden
Die Unterschiede in der Geisteshaltung zwischen den südlichen und nördlichen Ländern könnten nicht überwunden werden. «Die Nordeuropäer leben, um zu arbeiten, und die Südeuropäer arbeiten, um zu leben», erklärte Reichmuth.
Die südeuropäischen Länder werden laut dem Privatbankier nicht mehr beim Euro dabei sein. Er könne sich aber vorstellen, «dass gewisse ähnlich gelagerte Länder wie Dänemark, Holland, Österreich und Deutschland beim Euro bleiben». Neben Reichmuths Prognose zum Ende der Währungsunion muss sich allerdings auch weisen, ob Dänemark den Euro überhaupt einmal einführt.
(sda)