Bis zu 35 km/hSo fährt sich ein verbotenes Skateboard
Ein St. Galler Start-up lanciert ein elektrisches Skateboard. Obwohl es auf Schweizer Strassen nicht erlaubt ist, hat es Redaktor Alpcan Özkul getestet.
Unser Redaktor hat das E-Skateboard getestet. Selbstverständlich auf einem Privatgelände. (Video: tak/pam)
Zwei Elektromotoren, versteckt in den Rädern des Skateboards Lou Board 3.0, sorgen dafür, dass es eine Spitzengeschwindigkeit von bis zu 35 km/h erreicht. Damit ist es für eine Zulassung in der Kategorie Leichtmotorrad, die Geschwindigkeiten von bis zu 25 km/h erlaubt, zu schnell – und darf deshalb nur auf Privatgelände gefahren werden.
Community-Redaktor Alpcan Özkul hat sich trotzdem die zum Skateboard gehörende Fernbedienung geschnappt und sich auf eine Testfahrt eingelassen. Sein Fazit: «Am Anfang ist es relativ gewöhnungsbedürftig, man muss zuerst herausfinden, wie viel Gas man geben kann, aber wenn man das mal drauf hat, ist es relativ praktisch».
Entwickelt hat das elektrische Skateboard das St. Galler Start-up SoFlow. «Vor allem für mich als alten Skater, der sein Board mittlerweile nur noch als Fortbewegungsmittel braucht, ist das ein sehr cooles Gerät», bilanziert unser Redaktor. Auch wenn er glaubt, alteingesessene Skater könnten mit der Elektrifizierung des Boards Mühe haben.
Eine Konkurrenz für E-Bikes?
Manuel Hug, Geschäftsführer von SoFlow, will mit dem Board vor allem gegenüber E-Velos eine Alternative bieten. «Ein E-Skateboard ist flexibler, man kann es überallhin mitnehmen und man erreicht Vergleich zum herkömmlichen Skateboard schneller und effizienter.»
Der Grund für die strengen Prüfkriterien sind laut Thomas Rohrbach, Sprecher des Bundesamts für Strassen, die Gefahren, die von Produkten wie E-Skateboards ausgehen können. «Diese können von mangelhaften Bauteilen über eine unzureichende Betriebssicherheit, mangelhafte Komponenten – Akku, Motor, Bremsen – bis hin zu diversen Selbst- und Fremdgefährdungen durch einen unsicheren Umgang reichen.» Deshalb gebe es diverse technische Vorgaben.
«Wir würden uns natürlich freuen, wenn bald auch in der Schweiz solche Skateboards zugelassen werden», betont Hug gegenüber 20 Minuten. Doch bis dahin konzentriert sich das Unternehmen aufgrund der lockeren gesetzlichen Bestimmungen in den USA ohnehin auf den amerikanischen Markt. Von den 700 Vorbestellungen, die für das 499 bis 990 Dollar teure Board bereits eingegangen sind, kommen die meisten aus den USA, wo E-Skateboards etwa in Kalifornien zugelassen sind.
Start-up zielt auf den US-Markt
Doch kann ein Start-up, dessen Produkt relativ kostspielig ist und nur in den USA gefahren werden darf, Erfolg haben? «Im Vergleich zu anderen E-Skateboards ist unser Produkt preiswert», betont Hug. Zudem sei man positiv überrascht von der Anzahl Vorbestellungen, die eingegangen sind. Um das Produkt auch rechtzeitig auf dem amerikanischen Markt lancieren zu können, hat SoFlow die Marke seit längerem weltweit eingetragen.