PC-24Ueli Maurer darf Pilatus-Jet kaufen
Geht es nach Ueli Maurer, soll die Landesregierung schon bald im neuen Jet des Schweizer Flugzeugbauers Pilatus fliegen. Der Bundesrat hat ihm dafür grünes Licht erteilt.
Für den Stanser Flugzeugbauer Pilatus wäre es ein absoluter Vorzeigekunde: die Schweizer Landesregierung. Geht es nach Ueli Maurer, sollen Bundesrat und Chefbeamte auf Kurzstreckenflügen bis 3300 Kilometer schon bald mit dem neuen Businessjet PC-24 unterwegs sein. Maurer hat den Kauf an der Bundesratssitzung vom Mittwoch beantragt und grünes Licht erhalten. Die Regierung hat dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) den Auftrag erteilt, die Beschaffung eines neuen Business-Jets von Pilatus weiter zu verfolgen, wie es in einer Mitteilung heisst.
Der zweistrahlige Business-Jet aus Schweizer Produktion soll den kleineren der beiden aktuellen Bundesratsflieger - eine Chessna 560XL - ersetzen. Dieser ist mittlerweile ein wenig in die Jahre gekommen. Zu den Kosten für die Beschaffung äusserte sich der Bundesrat nicht. Bei einem geplanten Stückpreis von rund 9 Millionen US-Dollar könnten sich diese auf insgesamt rund 10 Millionen Franken belaufen.
Der bis 787 km/h schnelle Düsenjet aus Schweizer Produktion bietet je nach Ausstattung Platz für zehn Personen und hat eine Reichweite von 3600 Kilometern. Der PC-24 ist allerdings noch in der Entwicklung. Der Jungfernflug ist für Sommer 2015 geplant, erste Auslieferungen ab 2017. Trotzdem hat Pilatus nach eigenen Angaben bereits 84 Stück des Jets verkauft.
Kommunikationscoup am Feiertag
Laut «Basler Zeitung» hätte Maurer die Kaufabsichten erst am 1. August anlässlich der 75-Jahre-Jubiläumsfeier der Pilatuswerke am 1. August kommunizieren wollen. Dann nämlich wird der PC-24 auf dem Flugplatz Buochs/Stans erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. In einer Ankündigung schreibt Pilatus von einem «Meilenstein in der Firmengeschichte und in der Geschichte des Schweizer Wirtschaftsstandortes». Seinen Jungfernflug dürfte der PC-24-Prototyp aber voraussichtlich erst 2015 feiern.
Der Pilatus-Jet ist bereits ein Grosserfolg, obwohl er erst auf dem Reissbrett existiert. Während der Genfer Flugzeugmesse Aviation Conference & Exhibition (EBACE) im Mai gelang es Pilatus-Chef Oskar Schwenk, sämtliche 84 PC-24-Maschinen, die während der ersten drei Produktionsjahre hergestellt werden, zu verkaufen: Zu den prominenten Käufern gehört auch Peter Brabeck, Verwaltungsratspräsident des Nahrungsmittelriesen Nestlé.
Landung auf ruppigen Pisten
Der grosse Vorteil des PC-24 ist, dass er auch auf unebenen Pisten landen kann. Im Interview mit 20 Minuten sagte Pilatus-Chef Schwenk kürzlich: «Wir können weltweit doppelt so viele Flugplätze anfliegen wie unser nächster vergleichbarer Konkurrent. Somit ist der PC-24 für all jene Kunden attraktiv, die näher und schneller an ihr Ziel fliegen wollen.» Als einziger Jet verfügt der PC-24 über ein Frachttor, mit dem auch sperrige Güter innert weniger Minuten geladen werden können.
(sas/sda)
Die Pilatus Flugzeugwerke AG ist die wichtigste Flugzeugherstellerin der Schweiz. Die Firma wurde 1939 vom Waffen-Hersteller Emil Georg Bührle gegründet. Heute gehört das Unternehmen hauptsächlich den Bührle-Nachkommen über die Ihag-Holding sowie der Beteiligungsgesellschaft Southfield des Schweizer Investors Jörg F. Burkart. Pilatus verfügt über Tochtergesellschaften in den USA und in Australien. Die Altenrhein Aviation AG, ebenfalls eine Pilatus-Tochter, ist auf den Flugzeugunterhalt spezialisiert.
Die Pilatus Flugzeugwerke AG ist die wichtigste Flugzeugherstellerin der Schweiz. Die Firma wurde 1939 vom Waffen-Hersteller Emil Georg Bührle gegründet. Heute gehört das Unternehmen hauptsächlich den Bührle-Nachkommen über die Ihag-Holding sowie der Beteiligungsgesellschaft Southfield des Schweizer Investors Jörg F. Burkart. Pilatus verfügt über Tochtergesellschaften in den USA und in Australien. Die Altenrhein Aviation AG, ebenfalls eine Pilatus-Tochter, ist auf den Flugzeugunterhalt spezialisiert.