KonkursrisikoVier Prozent mehr Firmenpleiten als 2015
2321 Firmen mussten in der Schweiz im ersten Halbjahr 2016 Insolvenz anmelden. Doch nicht alle Regionen der Schweiz sind gleich betroffen.

Junge Firmen überdurchschnittlich betroffen: Das Betreibungs- und Konkursamt Basel. (12. Oktober 2014)
Kein Anbieter/20 Minuten / Lukas HausendorfIm Vergleich zur Vorjahresperiode gingen in der Schweiz 2321 Unternehmen pleite, eine Zunahme von 4 Prozent, wie der Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode D&B am Mittwoch mitteilte. Besonders betroffen ist die Südwestschweiz.
Zudem sind junge Firmen überdurchschnittlich vom Konkursrisiko betroffen. Die Analyse von Bisnode D&B zeigt, dass Firmen, die bis fünf Jahre alt sind, 31 Prozent aller im Handelsregister verzeichneten aktiven Firmen ausmachen, aber im ersten Halbjahr 2016 für die Hälfte aller Konkurse standen.
«Das bedeutet, dass junge Unternehmen mit einem Alter von bis zu fünf Jahren ein rund 2,3-mal höheres Insolvenzrisiko haben als alte Unternehmen mit einem Alter ab sechs Jahren», heisst es in der Mitteilung. Deshalb empfiehlt der Informationsdienst, dass bei einer Bonitätsprüfung von Geschäftspartnern der Risikofaktor Firmenalter immer miteinbezogen werden sollte.
Mehr Firmengründungen
Betrachtet man die rund 2300 Firmenkonkurse des ersten Halbjahres 2016 nach Regionen, ergeben sich grosse Unterschiede: Mit 21 Prozent am meisten Pleiten verzeichnet die Südwestschweiz, gefolgt vom Tessin (6 Prozent), Zürich (4 Prozent), der Ostschweiz (3 Prozent) und der Nordwestschweiz (1 Prozent). Abgenommen haben die Insolvenzen nur im Espace Mittelland (–11 Prozent ) und in der Zentralschweiz (–7 Prozent).
Den Firmenpleiten stehen 21'158 Firmenneugründungen gegenüber. Das entspricht einer Zunahme von 2 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015. Dabei stieg die Anzahl der Neugründungen in allen Regionen mit Ausnahme des Tessins, wo ganze 16 Prozent weniger Firmen neu gegründet wurden, und der Zentralschweiz, wo die Neugründungen um 1 Prozent zurückgingen. (bee/sda)