Steiler SinkflugWas mit der Apple-Aktie los ist
Innert weniger Wochen verliert Apple 153 Milliarden Franken an Wert. Experten begründen den Absturz auch mit dem umkämpften Tablet-PC-Markt.

Die Innovationskraft von Apple ohne Steve Jobs könnte nachlassen, warnen Experten.
Der Höhenflug von Apple ist zumindest an der Börse vorerst vorbei: Nachdem die Aktie am 21. September an der US-Technologiebörse Nasdaq den Höchststand von 700 Dollar erreicht hat ging es unaufhaltsam bergab. Seither hat die Aktie 23 Prozent an Wert eingebüsst. Die Marktkapitalisierung schmolz um 153 Milliarden Franken. Allerdings ist Apple beim aktuellen Kurs von 537 Dollar immer noch 505 Milliarden Dollar (476 Milliarden Franken) wert.
Zwar geben die meisten Analysten entweder für Apple ein positives Kaufsignal oder ein neutrales Rating. Schliesslich befinde sich der US-Konzern nach wie vor in einer hervorragenden Wettbewerbsposition. Doch die Risiken steigen. «Die Innovationskraft ohne Steve Jobs könnte nachlassen. Preisbewusste Konsumenten und ein härterer Konkurrenzdruck könnten für sinkende Margen sorgen», kommentiert John Bright, Analyst von Avondale Partners. iPhone und iPad sollten in den kommenden drei Jahren für ein zweistelliges Gewinnwachstum sorgen. Allerdings dürften die Zuwachsraten von 59 Prozent in diesem Jahr auf 19 Prozent in 2015 sinken.
«Entzauberung der Apple-Aktie»
Jeffrey Gundlach, CEO der Investmentfirma Doubleline Capital, geht davon aus, dass die Apple-Kurs weiter fallen wird. Gundlach rechnet mit einem Preissturz auf 425 Dollar. Gegenüber dem Sender CNBC erklärte Grundlach, dass Apple an Innovationskraft verloren habe.
Das deutsche «Handelsblatt» spricht von der «Entzauberung der Apple-Aktie». Die Konkurrenz schlafe nicht. Das sei ein Grund, warum die Aktie seit September auf Talfahrt ist: «Der Absturz kam quasi mit Ansage, denn an grossen Innovationen wie in der Vergangenheit fehlte es zuletzt. Die Präsentation des iPhone 5 – der Goldesel des Konzerns – überzeugte die Börsianer, die kleine Revolutionen gewohnt sind, nicht wirklich.»
Hart umkämpfter Tablet-Markt
Am meisten sorgen sich Experten über die zunehmende Konkurrenz auf den Tablet-Markt. Wie verschiedene Indikatoren zeigen, boomt das Tablet von Samsung (Galaxy Tab 2 10.1) wie auch das Samsung Note und Smartpohone S3. Aber auch das neue Tablet von Sony (Xperia Tablet S) findet eine grosse Fangemeinde. Ebenfalls hohe Resonanz erhält das neue Bond-Smartphone Xperia T.
Zwar versucht Apple mit dem neuen iPad Mini entgegenzuwirken. Apple konnte aber auch damit die Börse nicht wirklich überzeugen. Damit nicht genug: Seitdem sich die Investoren in Vorfreude auf das iPhone 5 auf Apple-Aktien stürzten, dreht sich am Markt alles um Lieferprobleme.
Der Support ist aber auch unter den Analysten immer noch gross. Apple sei für 2013 mit einem frischen Produktportfolio in fast allen Schlüsselbereichen sogar besser aufgestellt als 2012, wird Ittai Kidron, Analyst bei Oppenheimer & Co. im «Wall Street Journal» zitiert.